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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Verbreitung d. Zuckerrohres n. China u. d. Küsten d. indischen Ozeans. 103

der Dichter des „jüngeren Titnrel" v. 2646, sowie Reinfriedvon Braunschweig v. 27222, beide im 13. Jahrhunderte, sprechenvon ihr (Schultz II, 296); bei den Venetianern endlich stand dieNadel, in der von Flavio Gioja aus Amalfi verbesserten Form,schon vor 1300 in Anwendung (Hüllmann a. a. 0.). Man kannhiernach nur annehmen, dass die Magnetnadel im Abendlande selb-ständig entdeckt worden ist (Peschel, „Abh." 171), und dass dieChinesen ihre Fahrten nach Indien und Persien, ohne dieselbe,ebensogut zu machen verstanden, als die Araber, welche die Kennt-nis der Nadel erst später erworben haben sollen, die ihrigen nachCeylon und China. In einem Funkte befanden sich indes dieChinesen im Vorteile, sie waren nämlich den Arabern in der Kunstdes Schiffbaues weitaus überlegen; ihre Schiffe waren sämtlichgross, tiefgehend, und kräftig gebaut (Edrisi I, 95), auch besassensie wasserdichte Abteilungen (Polo II, 232) ; und hielten demWogenschlage des hohen Meeres Stand.

Zur Zeit Marco Polo's, dessen Reisen in die Jahre 1270—■1295 fallen, war die chinesische Zuckerindustrie schon von beson-derer Bedeutung. Von Kinsay, jetzt Hangchau, der Hauptstadt(chinesisch = Kingsze) der Sung-Dynastie seit 1127, berichtet dergrosse Venetianer (II, 199): „In dieser Stadt und ihrer Umgebungmacht man, ebenso wie in den anderen acht Bezirken der Provinz,grosse Mengen Zucker, und ich glaube, dass die ganze übrige Weltzusammen keine solche gewaltige Masse erzeugt, —■ mindestenswenn die mir von vielen Leuten gemachten Angaben richtig sind;der Zucker allein bringt dem Gross-Chan eine ungeheure Einnahmezu, . . . denn alle Spezereien zahlen 33 l / 3 °/ 0 ihres Wertes an Steuer."Von Unguen, jetzt Mint-sing-hien bei Fuchau, sagt Polo (II, 208):„In Unguen wird eine Riesenmenge Zucker gemacht, und von hieraus bezieht der Gross-Chan allen für seinen Hofhält nötigen Zucker,der ein gewaltiges Stück Geld kostet. Bevor die Stadt unter seinerHerrschaft stand, wussten die Leute daselbst nichts vom Raffinieren,sondern der Saft wurde nur gekocht und abgeschäumt, und gabbeim Erkalten eine schwarze Paste; zur Zeit aber als Kublai-Chan die Stadt eroberte, waren einige Leute aus Babylon an seinemHofe, und diese kamen in die Stadt hin, und lehrten die Bewohnerdas Raffinieren des Zuckers mittelst gewisser Pflanzenaschen." Diese,zum Teil schon oben einmal citierte Stelle, deren Angaben nachPhillipp (Polo, ed. Yule II, 212) durch die chinesischen Anna-listen völlig bestätigt werden, beweist, dass die Chinesen mit derDarstellung wirklieber Raffinade erst in dieser späten Zeit bekanntwurden, und dass dieselbe keine, bei ihnen einheimische Erfindung ist,

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