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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Verbreitung d. Zuckerrohres n. China u. d. Küsten d. indischen Ozeans. 161

Indus schon wohlbekannt, und Sokotora wird als „Nest indischerPiraten auf arabischen Schiffen" bezeichnet (Massudi III, 37).In China, und zwar in dem, 700 für Fremde geöffneten Hafen vonKanton, erschienen die Araber zuerst im Jahre 714, und besassendort bald darauf eine grosse Handelskolonie (Richthofen I, 569;Götz 644 und 647); besonders lebhaft wurden diese Verbindungenzur Zeit Harun-al-Raschid's (785—809), unter dessen RegierungSindbad der Seefahrer, von Bassorah aus, jene Fahrten unter-nahm, die, phantastisch ins Ungeheuerliche ausgeschmückt, einenHauptbestandteil der Märchen „Tausend und eine Nacht" bilden;Kalah auf Malakka war damals ein wichtiger Vermittlungspunktdes arabisch-chinesischen Handels, und wurde seit dem chinesischenAufstand von 875 sogar der Hauptsitz desselben (Abulfeda II,131). Manchmal, z. B. 798, gingen in einem Jahre drei arabischeExpeditionen nach China ab (Kremer II, 274ff.), und zu Anfangdes 9. Jahrhunderts pflegten Kaufleute regelmässig nach Indienund China zu reisen, wie z. B. der Kaufherr Soleiman, dessen851 verfasster Bericht, nebst der um 920 geschriebenen Kompila-tion des Abu-Seid-Hassan von Siräf, eines Liebhabers derGeographie, den Inhalt von Reinaud's „Relation des voyages faitspar les Arahes et les Persans dans l'Inde et ä la Chine" (Paris1845) bildet. Im Jahre 860 beschreibt der GeneralpostmeisterIbn-Chordadbeh den regelmässigen Seekurs von Obollah nachChina (Kremer I, 269), und rühmt den Reichtum von Chänfu(jetzt Ningpo) an Zuckerrohr (Abulfeda III, 123), den auch So-leiman (Reinaud, „Rel." I, 22) bestätigt; als gewöhnliche Halte-punkte auf diesen, von Bassorah und Siräf ausgehenden Fahrten,werden Maskat, Koilum (jetzt Quilon, an der Südwestküste Indiens),und zuweilen auch Barygaza, sowie die Küstenstädte von Malabargenannt (Reinaud, „Rel." I, 14; Edrisi I, 175).

Die chinesischen Quellen geben ihrerseits an, dass der See-verkehr nach Ceylon unter der Dynastie der östlichen Tsin (317— 419) begonnen, und sich sehr rasch entwickelt habe (Richt-hofen I, 50; Peschel, „Völkerkunde", Lpzg. 1885, 388). ZurZeit der Tang-Dynastie (619—907) erstreckten sich die Fahrtender Dschunken bereits nach Malabar und bis Siräf (RichthofenI, 568), und in den Annalen dieser Dynastie werden auch zuerstdie Araber erwähnt (Bretschneider, „On the knowledge possessedhy the ancient Chinese of the Arabs and arabian colonies", Lon-don 1871, 6). Seinen Höhepunkt erreichte jedoch der Handels-verkehr unter den Herrschern aus dem Hause Sung (960—1280);Mokaddassi nennt in seiner 985 verfassten Geographie, den per-

Lippinann, Geschichte des Zuckers.

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