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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Siebenter Abschnitt.

dafür lehrte Tseu diesem die Kunst, Tang-chuang zu machen"(Ritter 365). Unter dieser Zuckerart hat man sich jedoch nichtwirklich weissen Zucker, sondern nur einen gereinigten Rohzucker,etwa in der Art des indischen Dulloah, vorzustellen; demgemässsagt auch Utuan, in dem, um 1330 verfassten „Shi-yung-pen-tsao": „Tang-chuang, d. i. Reif-Zucker, ist gelblichweiss und durch-scheinend" (Ritter 368).

Li-schi-tschin teilt mit, dass man anfangs zuweilen das Zucker-rohr in Stücke geschnitten, und diese mit Wasser ausgekocht habe; eserinnert das an eine Stelle des Liederbuches „Schiking", die sichjedenfalls auf einen uralten religiösen Gebrauch der Chinesen be-zieht; im Gedichte „Pflanzenopfer" heisst es daselbst (Meier,„Morgenländische Anthologie", Hildb. 1869, 33):

„Im Süden, in den Thälern, da ist's wo Fing man liest„Und Tsao, an den Gräben, in denen Wasser fliesst.„Man legt das Kraut in Körbe, man legt's in Kisten fest,„Bis man's zuletzt in Töpfen am Feuer kochen liisst."

„Später," sagt Li-schi-tschin, „wurde der Saft des Zucker-rohres in einer Presse aus Kampherholz ausgequetscht, und danngesotten; der reine Zuckersaft heisst Che-tang, der verdickte sand-(d. h. Krystall-) haltige Scha-tang, der in grossen, mit Firnis be=strichenen Formen bereitete, Tang-chuang (Reifzucker), Shi-mi(Steinhonig), und Ping-tang (Eiszucker); Tang-chuang ist leichtund hell, Shi-mi bildet Stücke wie ein Stein, und Ping-tang isthart und weiss wie Eis." Li-schi-tschin erwähnt auch eineZuckerrohrmühle mit Büffelbetrieb, nach indischem System, undkennt die Läuterung des Rohzuckers mittelst Kuhmilch; nebenweissem Zucker nennt er auch gelben, roten und braunen: „Diejetzigen Kaufleute vermengen den echten Zucker oft mit Mi-tang(= Reiszucker, vermutlich Reismehl), was man wohl beachtenmuss. Den braunen Zucker giesst man auch in allerlei Figurenvon Vögeln, Tieren und Früchten, die man bei Gastmählern auf-trägt; den weissen Zucker formt man zu Menschen, Löwen undElefanten, und nennt ihn dann Hiang-tang (= Festmahlzucker)oder Ni-tang (Löwenzucker), der in den Geschichten der Heu-hanvorkommt" (Ritter 348, 355, 368).

Wirklichen weissen Zucker, „Po-sha-tang, hart wie Stein undweiss wie Schnee", erhielten die Chinesen, nach Bretschneider(a a. 0.), zuerst aus Persien, durch die Araber. Mit welcher über-raschenden Schnelligkeit sich diese zur seefahrenden Nation ent-wickelten, ist bereits oben erwähnt worden; gegen Ende des 7. Jahr-hunderts waren die arabischen Schiffer an den Mündungen des