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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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D. Verbreitung d. Zuckerrohres n. China u. d. Küsten d. indischen Ozeans. 159

dürfte*): „Scha-tang (= gekörnter Zucker, Sandzucker) schlechtbin,ist brauner Scha-tang, und die Kunst ihn zu bereiten, stammt ausdem Lande Si-yu (dem Abendlande); der Kaiser Taitsung schicktenämlich Boten dahin, um diese Kunst zu erlernen, und sie inseinem Reiche einzuführen"; das encyklopädische Werk „Ku-kindse-wen-lu", enthält dieselbe Erzählung, und bezeichnet als das be-treffende Land Bengalen (Ritter 358ff.). Dass dort, sowie über-haupt in Nordindien, die Rohzucker-Darstellung um die genannte Zeitschon ziemlich verbreitet war, bestätigt der Pilger Hiuen-Thsang,der Indien in den Jahren 629—645 bereiste; in Gändkära, Punatchaund Udjäna am oberen Indus, sowie in Käucilmbt am Ganges, saher vieles Zuckerrohr (I, 105, 187, 130, 283), dessen Saft die Brah-manen tranken (I, 93); festen Zucker nennt er schon einen Haupt-bestandteil gewisser in Indien üblicher Speisen (I, 92), und sagt,dass er aus dem Safte des Zuckerrohres bereitet werde, und Shi-mi oder Steinhonig heisse (I, 105); Stan. Julien führt als Er-klärung dieses AVortes einen Satz aus dem „Pei-wen-yun-fu" an:„Wenn der Saft des Zuckerrohres lange gekocht, und dann ge-trocknet wird, so wird er fest, ähnlich wie Eis, und heisst dannShi-mi, d. i. Steinhonig."

Mungsin und Su-kung, zwei Schriftsteller des 7. Jahrhun-derts, bezeichnen mit Scha-tang den ausgepressten, eingedickten,und dabei gebräunten Zucker röhr saft (Ritter 358); Li-schi-tschin citiert aus Wan-sho's „Tangchuang-pu" die Stelle: „UnsereVorfahren tranken den rohen Zuckerrohrsaft; in der Folge sottman ihn, und ' machte daraus Chetang (= Zuckerrohr-Zucker),und noch später liess man ihn hart und trocken werden, undmachte Shi-mi**), d. i. nämlich weisser Scha-tang. Die Kunst Tang-chuang (= Zucker-Reif, nach Li-schi-tschin ein loses, sehrleichtes, helles Pulver) zu bereiten, wurde aber erst in den JahrenTa-li der Dynastie Tang (766—779) bekannt, und zwar durch einenBonzen Tseu, der sich damals in Sse-tschuan niederliess." Überdiesen Tseu, einen buddhistischen Wanderpriester aus Indien, be-richtet das Buch „Ku-kindse-wen-lu" weiter: „Man wusste nicht,aus welchem Orte dieser Bonze gekommen war; sein Esel, aufdem er zu reiten pflegte, kam einmal ohne seinen Herrn vomBerge herunter, drang in die Zuckerrohr-Pflanzung eines gewissenHoang-schi, und zerstörte dort die jungen Triebe; zur Entschädigung

*) Über Inhalt und Anordnung desselben. 8. Klemm VI, 471 ff.**) Die Bezeichnung Shi-mi, welche ursprünglich Rohzucker bedeutete,•scheint hiernach später auf gereinigten Zucker übergegangen zu sein.