1). Verbreitung d. Zuckerrohres n. China u. d. Kästen d. indischen Ozeans. 157
Das „Schi-king" erwähnt gleichfalls noch fast ausschliesslich dieVerhältnisse der nördlichen Länder; den Geschichtschreibern nach,war zur Zeit seiner Abfassung die Ausdehnung des Reiches nachdem Süden noch gering, und erst im 5. und 4. vorchristlichenJahrhunderte erweiterte sich dieselbe rasch; im 3. und 2. Jahr-hunderte eroberte der Kaiser Wuti ganz Südchina, und es begannsodann auch ein Landverkehr von China nach dem nördlichenHinterindien, dessen Stämme zum Teil tributpflichtig wurden, und(beschenke und Abgaben nach China sandten, z. B. noch im Jahre6 n. Chr. das erste Nashorn (Götz 122 und 499). Aus Assam,dem nordwestlichen Teile Hinterindiens und der GrenzproviuzBengalens, dem alten Sitze der Seidenzucht, und der Heimat desThees, dürfte in dieser Periode auch das Zuckerrohr nach Chinagekommen sein (Lassen I, 87 und 310; Grisebach I, 503, und„Abhandl." 425). Decandolle hält es zwar auch für möglich, dassCochinchina wildes Zuckerrohr besessen habe, und dass aus diesemdie besondere Art „Saccharum sinense" hervorgegangen sei; aberabgesehen davon, dass, wie schon oben angeführt, das Indigenatdes Zuckerrohres in Cochinchina nicht nachweisbar ist, wäre einer-seits, wenn man diese Annahme zulässt, nicht einzusehen, warumwohl vom Reis \ind vom Thee, die beide wirklich in Cochinchinawild wachsen (Loureiro 414), nicht aber auch vom Zuckerrohre,schon in den allerältesten Zeiten Kunde nach China gedrungen sei(Decandolle 94); und andererseits bleibt zu erinnern, dass,Saccharum sinense" nicht von allen Botanikern als besondere Artanerkannt wird, und dass selbst die heutige Existenz einer solchenArt keineswegs die einer eigenen ursprünglichen Stammform voraus-setzt, da das so variationsfähige Zuckerrohr auch in historischerZeit schon zahlreiche, von einigen Forschern jetzt als „Arten"-bezeichnete neue Formen hervorgebracht hat.
Auch in der chinesischen Medizin, welche bereits der KaiserHuang-Ti, um 2G37 v. Chr. in ein System gebracht haben soll,beginnen, soweit dies 'die noch sehr unvollständige Durchforschungder zahlreichen, und höchst ausgedehnten Sammelwerke zu über-blicken gestattet, zuerst in der angedeuteten Periode, d. h. in denletzten vorchristlichen Jahrhunderten, Arzneipflanzen indischer Her-kunft zu erscheinen, welche sich seither in China einbürgerten(Haeser I, 40tf.); durch den kontinuierlichen Zusammenhang dieses.Reiches mit der hinterhidischen und malayischen Halbinsel, wurdeeben, sobald eine Verbindung überhaupt erst erschlossen war, die-Einwanderung tropischer Pflanzen ganz besonders befördert, dadas Klima der warmen Zone nirgends so gleichmässig und all-
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