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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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Siebenter Abschnitt.

zwar Reis, Bambusrohr und Orangen, nicht aber Zuckerrohr, anvielen Stellen als Naturalabgaben erwähnt werden, so erscheintdies ganz natürlich, da der Yantsekiang noch heute die ungefähreGrenze des Zuckerrohres bildet, und der gesamte ZuckerbedarfChinas fast nur von der, unter dem Wendekreise gelegenen Küsten-provinz Kwangtung, geliefert wird (Richthofen, „China", Berl.1877; I, 276, 300, 339, 355, 358; 11, 37, 691; Ritter IX, 264;Grisebach I, 601). Aus der Zeit vom Kaiser Yü bis zur Han-Dynastie, 2200—205 v. Chr., liegt das Buch „Thsou-li" vor, einegedrängte Zusammenstellung der, um 1100 v. Chr., allen Behördenund Ämtern obliegenden Pflichten, und der Erzeugnisse und Steuer-leistungen der einzelnen Provinzen; Reis, Seide, Bambus und Baum-wolle werden auch hier oft angeführt, Zuckerrohr hingegen nicht.Als die „schon in uralter Zeit bekannten sechs Feldfrüchte" nenntdieses Buch: Gerste, Bohne, Sojabohne, zwei Hirsenarten und Reis,und schreibt deren Einführung dem Kaiser Shin-Nung (2838— 2699 v. Chr.) zu (Richthofen I, 373ff., 420, 425); bei den,angeblich von diesem Kaiser eingeführten Zeremonieen, spielt derReis die Hauptrolle, und wird auch allein vom Kaiser selbst gesäet(Decandolle 309ff.). Eine Tradition erwähnt, dass der Reis vomSüden aus ins Land kam, vermutlich aus Cochinchina, in dessenSümpfen er nach Loureiro („Flor. Coch." I, 267) wild wächst;später betrachteten ihn die Chinesen als einheimische Art, und dievielen ursprünglichen Namen desselben weisen zum mindesten aufeine sehr frühe und allgemeine Verbreitung hin.

Das Liederbuch „Schi-king", das aus dem 6. vorchristlichenJahrhundert, und zum Teil aus noch früherer Zeit stammt (Richt-hofen I, 377 und 409), kennt das Zuckerrohr ebenfalls nicht;gegenteilige Angaben beruhen jedenfalls auf Verwechslungen desletzteren mit dem essbaren Bambusrohre, dessen junge Schossennoch jetzt in China eine beliebte Nahrung bilden (Klemm VI,58), und von dem das „Schi-king" in folgenden, für den chinesischenGeist überaus bezeichnenden Worten spricht (Rückert, „Werke"VI, 348):

„Wie herrlich, aus dem hohen Thore„Des Schlosses tretend, er erscheint,„Der Mann, der gleich dem Bambusrohre„Verschiedno Kraft in sich vereint:„Kein Frevler, ohne dass er bebe,„Erblickt das Rohr, als ob sich's hebe„Nur zu des Frevels strenger Zucht;„Doch seiner Spitzen zartes Markgewebe,„Ist Armen eine süsse Nahrungsfrucht."

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