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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Sechster Abschnitt.

nahm einen bedeutenden Aufschwung, und so waren die erstenJahrhunderte der arabischen Herrschaft eine für Syrien besondersglückliche Zeit (Prutz, „Kulturgeschichte der Kreuzzüge", Berl.1883, 314). Aus Damaskus und Bagdad, den Zentren des inner-und ostasiatischen Handels, führten die Hauptverkehrsstrassen einer-seits nach Beirut und Sidon, Tyrus und Accon, Tiberias und Haifaam Berge Karmel, andererseits, längs des Euphrat, über Alepponach Antiochia und Laodicea, nach Tortosa und Tripolis, sowienach Gibail, an die Küste (ebd. 359). Auf diesen Wegen dürfteauch wohl das Zuckerrohr nach Westen gewandert sein, und Da-maskus, von 679 bis 762 Reichshauptstadt, und Sitz der üppigenHofhaltung der Chalifen, empfing es vermutlich schon in sehrfrüher Zeit; Menge und Güte des Zuckers, der Zuckerwaren, undder verzuckerten Früchte von Damaskus, waren im 10. Jahrhunderteschon berühmt, und nach Edrisi (I, 353) „über alle Beschreibungerhaben". Abdallatif (S. 441) erzählt sogar, dass ein Perser,bei einem Besuche des Hospitals zu Damaskus,, vom Anblicke derMassen von Zuckerwerk, Sorbeten und eingemachten Früchten,so hingerissen wurde, dass er sich drei Tage krank stellte, umauch auf solche Weise verpflegt zu werden. Mukaddassi, derseine Geographie 985 verfasste, lobt schon das Zuckerrohr vonTyrus (Sur), welche Stadt Nassiri-Ohosrau (S. 47), „die reichsteund üppigste Syriens" nennt. Tripolis schildert Istachri, um950, als „eine Stadt am Mittelmeer, in einer fruchtbaren Ebene,voll von Palmen und Zuckerrohr" (S. 37); Nassiri-Chosrausah daselbst „ungeheure Zuckerrohr-Pflanzungen, deren Saft so-eben, am 6. Februar, geerntet wurde", und eine Fülle von Orangen,Citronen, Datteln und Bananen (S. 40).

Nach Edrisi sind Tripolis und Area rings von Zuckerrohr-feldern umgeben, und sorgfältig angelegte Kanäle bewässern diese,und treiben die Mühlen (1, 356ff); dasselbe berichtet auchAbulfedavon Tripolis und dem benachbarten Markab („Geogr." III, 30 und32). Aber auch das Innere der Provinz, namentlich das Tieflanddes Jordans, brachte vorzügliches Zuckerrohr hervor, und erzeugtegrosse Mengen von Zucker (Kremer II, 323).

Von den Dichtern dieser Zeit wird der Zucker zu mancherleiltedensarten und Bildern häufig gebraucht: „Zucker und Wein"bedeutet eine Mischung herrlicher Dinge; „jemandem Zucker indie Milch thun", heisst, „ihn mit schönen Redensarten abspeisen";ein zärtlicher Vater hat eine „Zuckertochter"; der Vergleich derGeliebten endlich, ihrer Lippen, und ihres Kusses, mit Zucker,ist bereits so abgebraucht, dass schon der grosse Enweri

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