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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Cbalifats. 151
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Islam" II, 651), verfasste ein umfassendes medizinisches Werk,„Kullijjat", fälschlich auch „Colliget" genannt, das betreff der Arznei-kunde wenig eigene Anschauung verrät, und meist dem Avicennafolgt (Haeser I, 594; Wüstenfeld 104; Ledere II, 105);Zucker, Rosen- und Veilchen-Zucker, Zuckerzwieback, Syrupe, starkgesüsste Speisen, und gezuckerte Arzneien, wendet er häufig undin grossen Dosen an, auch schreibt er ihnen überraschende undwunderbare Wirkungen zu (Phillippe, „Geschichte der Apotheker",Jena 1855, 388). Ibn-Beithar (1197—1248), der Verfasser desgrössten, reichhaltigsten und wichtigsten Werkes der Araber überHeil- und Nahrungsmittel, einer methodischen und kritischen Kom-pilation, die in 2330 Paragraphen über 1400 Arzneistoffe behan-delt, und alle Pflanzen aufzählt, „mit Ausnahme der ganzunbekannten, und der alltäglichen", stellt das Zuckerrohr zu denletzteren, und giebt gar keine Beschreibung desselben, währender die Anwendung des Zuckers selbst, den er zu den etwa 60 vonden Arabern neu eingeführten Heilmitteln zählt, an zahlreichenBeispielen erörtert (Haeser I, 597; Meyer, „Bot." III, 232Leclerc II, 229).
Was die westlichen asiatischen Provinzen des Chalifates an-belangt, so machte auch in diesen die Verbreitung des Zuckerrohres,das wir zu Beginn des Islams nur bis an die Tigrismündung vor-gedrungen fanden, nach allen Seiten hin Fortschritte. Zur ZeitIstachris (um 950) gab es in Tabaristan, am Südufer desKaspisees, sowie in Balch, am Nordabhange des Hindukusch, schonZuckerrohr in Menge („Buch der Länder" 100 und 120), und fürletzteren Ort bestätigt dies auch Abulfeda („Geogr." III, 199);ebenso war das Innere Persiens reich daran, z. B. Sabur unweitSchiras («) akut 294), Scheristan bei Sabur (ebd. 358), und Darab-gerd bei Schiras (Abulfeda I, 395). Die Provinz Oman in Südost-arabien besass in Sohar und Maskat einen solchen Überfluss anGetreide, Früchten, Reis, Palmen, und Zuckerrohr, dass ein Sprich-wort sagte: „Wer nicht weiss, was er essen soll, braucht nur nachOman zu gehen" (ebd. II, 137); das Zuckerrohr kam vermutlichvon der gegenüberliegenden Küste des persischen Meerbusens da-hin, wo das nahe Ormuz es massenhaft und in vorzüglicher Be-schaffenheit hervorbrachte (Istachri 80; Edrisi I, 424).
Syrien war zur Zeit der arabischen Eroberung eine der blühend-sten Provinzen des byzantinischen Reiches, und unter den Chalifen,die es als eine ihrer wertvollsten Besitzungen schätzten, und denPerlen ihres weiten Reiches zuzählten, hob sich die Landeskulturvon neuem; Manufakturen und Fabrikwesen erblühten, der Handel