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Sechster Abschnitt.
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Vielfache Anwendung fand der Zucker auch seitens derspanisch-arabischen Ärzte, deren hervorragendste, die gleichzeitiggrosse Forscher und Philosophen waren, von höchster Wichtigkeitfür die Pflege der arabischen Wissenschaft, und für die spätereÜbermittelung derselben, und des in ihr und durch sie erhaltenenBildungsschatzes der alten Welt an den Kulturkreis Südeuropas,und von unermesslicher Bedeutung für den Geistesgang der ge-sammten Menschheit wurden.
Unter der Regierung Abderrachman's III. (912—961) standdie Medizin in Spanien schon in höchster Blüte, und erregte dasInteresse des Herrschers selbst in so hohem Grade, dass derbyzantinische Kaiser Konstantin VII. ihm kein geeigneteres Ge-schenk zu senden wusste, als ein griechisches Exemplar desDioskorides, worauf sich dann der König, da damals noch nie-mand in Spanien griechisch verstand, einen dieser Sprache kun-digen Mönch nachschicken, und eine arabische Übersetzung desAutors anfertigen Hess (Müller, „Der Islam" II, 534; Leclerc I,431). Um diese Zeit verfasste auch Abulkasim (936 —1016)seinen „Al-Tesrif, eines der vollständigsten und wichtigsten Werkeder arabischen Medizin; betreff der Arzneilehre folgt er fast genaudem Räzi, und sagt über Zucker und Tabaschir so ziemlich das-selbe wie dieser. Das Pariser Manuskript dieses Buches enthältzahlreiche Zeichnungen, welche die Anfertigung und Filtration derKr.äutersäfte und Syrupe erläutern (Haeser I, 578; Leclerc I,446). Ibn-Badja, auch Avempace genannt (gest. 1138),schrieb ein ausführliches Werk über die Arzneimittel, eine Haupt-cpuelle Ibn-Beithar's (Leclerc II, 75); weit bedeutender istjedoch Ibn-Zohr oder Avenzoar (1113—1163), dessen „Teisir",ausser den Schriften des Räzi, nicht seinesgleichen an persönlicherErfahrung, Reichhaltigkeit, und Freiheit von jedem Autoritäts-glauben hat (Wüstenfeld 90; Leclerc II, 87 ff.). Zucker, ein-gemachte und verzuckerte Früchte, sowie Konfitüren aus Honigund Zucker behandelt er ausführlich, und preist ihre Heilkräfte;so z. B. giebt er an, Schwindsucht ganz allein mittelst Rosenzuckergeheilt zu haben (Sprengel, „Gesch. d. Arzn." II, 458). SeinZeitgenosse Maimonides (1139—1208) macht von Zucker undSyrupen gleichfalls ausgedehnte Anwendung, und erwähnt Zuckerund Zuckerwasser namentlich in seiner Schrift „Die Gifte und ihreHeilung" häufig (Steinschneider, „Virchow's Archiv" 1878;80 und 92). Ibn-Roschd oder Averroes (1149—1198), dessengrossartige philosophische Bedeutung Renan in seinem Werke„Averroes et l'AverroTsme" gewürdigt hat (s. auch Müller, „Der
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