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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Chalifats. 149

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gellt, erfolgt Bewässerung. Im August werden die Rohre gelichtet,indem man die schwächeren auszieht, damit für die kräftigerenPlatz geschafft wird. — Eine andere Art der Pflanzung: Wer esvorzieht, jene Stücke stehend einzupflanzen, kann es thun, und siewerden ebenso gut geraten, wenn Allah will. — Und das süsseRohr wird geschnitten im Januar jeden Jahres, [und wenn anders,so ist es eine Ausnahme; von den Wurzeln der saftigen und kräf-tigen Pflanzen lässt man etwa eine Spanne zurück, und pflanztdiese in jedem Jahre von neuem]. — Es sagt Ahul Chair: seineLebenszeit währt etwa drei Jahre; Hadji von Granada sagtnoch [in betreff des Verfahrens beim Beackern]: Das dafür (d. h.zum Auspflanzen) bestimmte Land wird nach dem Abschneidendes Rohres sorgfältig beackert, und mit Mist von Kleinvieh ge-düngt; das Vieh soll auch nachts daselbst bleiben, damit allerMist auf den Boden des Rohrlandes kommt. Sodann wird um-gegraben, und mit der allergrössten Sorgfalt geackert; gewässertwird im Monate Januar, und man lässt das Wasser darauf stehen.Man darf nicht lässig sein, das Land auf solche Weise in jedem.lahre zu behandeln; dadurch wird sein Ertrag reichlich, so Allahwill. — Es sagt Abul Chair: Man schneidet das erwähnte Rohrab, wenn es reif und gut ist, um die erwähnte Zeit, im Januar;dann schneidet man es in kleine Stücke, zerstampft es kräftig inMörsern oder dergleichen, presst es mit der Mühle aus, und setztden Saft davon über das Feuer, in einem sauberen Kessel. Sowird es gekocht, dann vom Feuer herabgenommen und durchgeseiht,und dann nochmals gekocht, bis ein Viertel davon übrig bleibt.Dann werden hiermit Becherformen gefüllt, die nach solcher Gestalt(eines Bechers) aus Töpferthon verfertigt werden; dann wird es inden Schatten gestellt, bis es fest ist, und zuletzt aus den Formenherausgeschlagen, im Schatten getrocknet und aufbewahrt. — Denvom Rohre übrig bleibenden Rückstand nach dem Pressen, fressendie Pferde; sie mögen ihn gerne, und werden dabei fett."

Nach einer Angabe Monnot's („Journal des fabricants desucre* 1879, No. 40) waren 1150, also zur Zeit Ibn-al-Awäm's,29000 Hektaren Land mit Zuckerrohr bebaut, und die Hektarelieferte im Durchschnitt 66 700 Kilogramm Rohr; allein zu Motril,in Granada, waren 14 Zuckerfabriken, deren Mühlen durch Maul-tiere, oder durch Wasserkraft in Bewegung gesetzt wurden. Inspäterer Zeit gewann die Fabrikation immer mehr an Ausdehnung,und nach Belaguer-y-Primo soll die Rohzucker-Produktionzu Anfang des 15. Jahrhunderts, im Durchschnitte jährlich2 067 610 Meterzentner betragen haben.