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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Chalifats. 147

Ausführliche Nachrichten über Anbau und Pflege des Zucker-rohres in Spanien, enthält des Ibn-al-Awäm, um 1150 inSevilla verfasstes „Kitab-el-Fellaha" (= Buch der Landwirtschaft),eine vollkommene Encyklopädie des Landbaues und seiner Geschichte.In beziig auf die älteren Nutzpflanzen stützt sich Ibn-al-Awämzumeist auf den sog. „Nabathäischen Traktat", oder das „Buchdes Landbaues" von Junius; nach Low (S. 19) ist hierunter dasschon oben erwähnte, um 350 verfasste Werk des VindonioniosAnatolios Berytios zu verstehen, welches aus dem Griechischenins Syrische, und aus dem Syrischen ins Arabische übersetzt wurde;aus Vindonionios ist der vermeintliche Junius entstanden, understeres ist aus dem ursprünglichen Namen nach syrischer Weiseumgebildet, ähnlich, wie, nach Nöldeke (Tabari 60), aus Jovi-anus Jovinianos geworden ist. Als Übersetzer ins Arabischewird lbn-Wahschiah, nach Wüstenfeld (S. 38) um 903, ge-nannt; doch ist dieser, wie Steinschneider ausführt („Virchow'sArchiv" 1871, 374), als Betrüger anzusehen, dessen Angaben undZusätze überall verdächtig erscheinen müssen.

Betreff dos Zuckerrohres folgt Ibn-al-Awäm fast durchausden Mitteilungen älterer Schriftsteller, namentlich des Abul-Chair, des Ibn-Hedjadj (um 1073) und des Hadji von Granada(gest. 1158). Da die französische Übersetzung von Clement-Mullet (Paris 1864; I, 365 ff.) abgekürzt und nicht ganz genauist, so folgt die nachstehende der Textausgabe des Banqueri(Madrid 1800) und der Handschrift No. 346 derLeydener Bibliothek;die nur in letzterer Quelle vorhandenen Stellen sind in eckigeKlammern gesetzt.

„Was das Pflanzen des Zuckerrohres, welches auch süssesRohr heisst, betrifft, so steht im Buche des Ibn-Hedjadj: seineWurzeln pflanzt man am 20. Adar (d. i. im März)*), nach Ansichteiner Anzahl andalusischer Landbauer aber auch in einem anderenTeil des Monats. Es passt hierfür niedriger, sonniger, [fester]Boden, nahe am Wasser; man verwendet dazu seine Wurzeln undseine Stengel. Vor dem Pflanzen lässt man eine gründliche Be-ackerung bei genügender Feuchtigkeit vorangehen, [und kann um-graben, zu drei verschiedenen Malen]; Andere sagen: man besorgedies mittelst zehn Umpflügungen. Dann wird gedüngt, mit reich-lichem, gutem, wohl zerkleinertem, in starker Zersetzung befindlichemMist; Andere sagen: nein, mit Kuh-Exkrementen. Dann werden

*) Uomoint ist nämlich der syrische Adar; über die Verschiedenheitder Monats-Kinteilungen. siehe Albiruni, „Chronologie" (52 und 70); undKazwini I. 138ff.

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