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Sechster Abschnitt.
Fleiss und die Betriebsamkeit der Mauren mit den Worten („Über'sGrab hinaus noch lieben", deutsch von Pasch, Wien 1888):„In der Landbebauung haben,„Solch Geschick sie, solche Kenntnis,„Dasa vom schwachen Stich des Spatens„Selbst die Felsen fruchtbar werden."
Die Blütezeit der arabischen Herrschaft fällt in die RegierungAbderrachman's III. (912 — 961) und Hakam's II; Steuern undZölle trugen jährlich 6 245 000 Dinare ein, und der Trieb nachWissen und Bildung war so gross geworden, dass die BibliothekHakam's IL an 400 000 Rollen zählte, und in Andalusien fastjedermann lesen und schreiben konnte (Müller, „Der Islam" II,506, 535). Die ganze Südküste dieser Provinz war mit herrlichemZuckerrohre bewachsen, welches eine der wichtigsten Einnahms-quellen derselben bildete, und vielfältige Verwendung, zur Berei-tung von Zucker, Syrupen und eingemachten Früchten fand,worüber der sog. „Kalender von Cordova" („Le calendrier deCordoue de l'annee 961", ed. Dozy, Leyden 1873), eine kurzgefassteAnleitung über Garten- und Feld-Kultur, nähere Auskunft giebt:im Januar wird das Zuckerrohr geerntet und zu den Mühlen ge-schafft (S. 25), auch fertigt man Syrup und Eingemachtes von(Zitronen an; im März pflanzt man das Zuckerrohr (ebd. 41); imApril macht man Syrup von Rosen und Veilchen (ebd. 49); imMai Syrup und Eingemachtes von Nüssen, Mohn, Fenchel, Anis,Kresse und dergl. (ebd. 58); im Juni Syrup von Maulbeeren,Pflaumen und Absinth (ebd. 07); im Juli Syrup und Eingemachtesaus Birnen, Äpfeln und Gurken (ebd. 75); im August aus Granaten,Spätbirnen und weissem Mohn (ebd. 83); im September beginntdas Zuckerrohr zu reifen (ebd. 91), und im November kocht mannoch Birnen, Apfel und Kastanien in Zucker ein (ebd. 109).
Zucker-Raffmerieen bestanden um diese Zeit in Spanien nochnicht, zum mindesten werden, als Bestandteil eines unerhört kost-baren Geschenkes, das Abderrachman III. von seinem Grossveziererhielt, neben Aloe, Ambra, Moschus, Kampher, Gold, Seide unddergl., auch „zehn Kintar (Zentner) Brodzucker von leuchtenderWeisse, und ohne jeden Fleck" erwähnt (Makkari II, 153).Weisser Zucker galt als Seltenheit, und besondere Zier festlicherTafeln; daher sagt noch Al-Motadid-Billah, seit 1042 König vonSevilla, in einem Gedichte (Schack, „Kunst und Poesie" etc. 1,272):„Doch wie oin Andrer, zu dorn Bebcnmost„Konfekt und Zucker nippt als Zwischenkost,„So diente, teurer Freund, mir der Gedanke„An dich, als süsse Zukost, zu dem Tranke."
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