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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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.Sechster Abschnitt.

I

sitze des schönsten Zuckerrohres. Im Maghreb (Fez und Marokko)wuchs es nach Edrisi (I, 211) in solchen Massen, dass Zuckerdort keinen Gegenstand des inländischen Handels bildete, und warvom Süden des Landes an bis nach Ceuta (ebd. II, 4), allenthalbenim Überflusse vorhanden. Von der Landschaft Sus-el-Aksa, derenHauptstadt Tarudant noch heute „in einem Hain von Palmen undÖlbäumen, inmitten einer blühenden, gartenähnlichen Gegend" liegt(Rohlfs, in Andree's „Geogr. d. Welthandels", Sttgt. 1877;II, 27), sagt Edrisi („Geogr." I, 208): „Hier wächst Zuckerrohr,wie es nirgendwo ein auch nur annähernd ähnliches giebt, wederwas die Höhe und Dicke des Rohres, noch was die Menge undSüsse des Saftes betrifft. Der Zucker von Sus ist aber auchallerwärts bekannt, denn er ist ebenso gut wie der suleimanische,oder der Tabarzed, und übertrifft die aller anderen Orte an Süsseund Reinheit." Ibn-el-Wardi, der nach Einigen 1232, nachAnderen erst 1348 starb, bestätigt diese Angaben („Notices etExtraits" II, 23), während im übrigen über den so gerühmtenZucker von Sus nur spärliche Berichte vorkommen; nach Heyd'sAufsatz „ Die mittelalterlichen Handelskolonieen der Italiener inNordafrika, von Tripolis bis Marokko" („Tübinger Zeitschrift fürStaatswissenschaft", 1863, Bd. 20), wird sogar Zucker daselbst garnicht als Handelsgegenstand erwähnt. Marokko bringt übrigensauch jetzt noch vorzügliches, Algier gutes Zuckerrohr hervor(Andree a. a. 0. II, 18 und 24).

Von Nordafrika aus hatten die Araber schon 703, unterFührung Musa's, einen grossen Raubzug nach Sicilien unternommen,dem sich ähnliche Unternehmungen in der Folgezeit häufig an-schlössen, ohne mehr als Zerstörungen und Plünderungen mit sichzu bringen (Müller, „Der Islam" I, 447 und 563; Schack, „DieNormannen" I, 132); erst 827 gelang es der, in Kairowän herr-schenden Aghlabiden-Dynastie, die herrliche Insel dauernd zubesetzen, und, nach langjährigen harten Kämpfen, 831 Palermo,878 Syrakus zu erobern; 948 wurden die Aghlabiden von denägyptischen Fatimiden verdrängt, deren Statthalter Hassan-ben-Ali, vom Geschlechte der Kelbiten, Sizilien später als unab-hängiges Emirat in seiner Familie vererbte (Schack a. a. 0. I,135). Sogleich nach der ersten Eroberung verpflanzten die Araberauch das Zuckerrohr dahin (Gibbon „History of the decline andfall of the roman ernpire", London 1821; VII, 13), und die Kulturdesselben machte rasch die grössten Fortschritte, so dass schonum das Jahr 900 sizilianischer Zucker auch in Afrika konsumiertwurde; aus etwas späterer Zeit (etwa 950) wird erzählt, dass der