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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Chalifats. I43

zu Geschenken und Ehrenbezeugungen aller Art benutzt; als sichz. B. die Mongolen, nachdem sie 1258 Bagdad erobert, die Ab-bassiden gestürzt, das Reich vernichtet, und so grauenhaft ver-wüstet hatten, dass diese Länder bis zum heutigen Tage verarmtund verödet blieben, im Jahre 1262 auch gegen Ägypten wendenwollten, hieran aber durch innere Zwistigkeiten verhindert wurden,schickte der Sultan seinem syrischen Statthalter, zum Lohn fürdiesen, vermeintlich von ihm geleisteten Dienst, „Ehrenkleider,Zucker und andere solche Reichtümer" (Makrizi 1, 181). Ebensosandte der Sultan an Abulfeda, um ihn zur Reise nach Ägyptenzu bewegen, neben anderen Geschenken auch feinen Zucker(Abulfeda I, 20); den ägyptischen Mekka-Pilgern Zucker undZuckerwaaren auf die Reise mitzugeben, galt als ein gottgefälligesWerk, und der Emir Bektemur z. B. liess sich seine Pilgerfahrt(1302) mehr als 80000 Dinare kosten, indem er, zur höheren Ehredes Propheten, sieben Schiffe mit Mehl, Ol, Honig, Zucker undZuckerwerk, zur Verteilung an arme Pilger ausrüstete, „welchedoch notwendig Mundvorrat und Zucker werk brauchten" (Makrizi IV,184). So sprichwörtlich war der Reichtum Ägyptens an Zucker,dass schon der grosse Dichter Saadi (1184—1286) in seinem„Fruchtgarten", in der „Vorrede an den Leser" sagt:

„Da dacht ich mir: Wer aus Ägypten kehrt,„Bringt Zucker mit, den er dem Freund verehrt.„Mir mangelt zwar solch' süsses Angebind'.„Doch haV ich Lieder, die noch süsser sind:„Auch sie sind Zucker, zwar nicht Körperspeise,„Doch geist'go, auf Papier bewahrt durch Woise.' ;

Dem siegreichen Vordringen der Araber durch Nordafrika,dessen westlichsten Teil, Marokko, Musa bereits in den Jahren706—709 eroberte, scheint die Ausbreitung des Zuckerrohres aufdem Eusse gefolgt zu sein, da, nach Dozy, Marokko es schon vonden einrückenden Arabern empfing („Ena Brit." a. a. 0.). Der frucht-bare Boden dieser Länder erwies sich für den Anbau desselben sehrgeeignet, und es gedieh daselbst so trefflich, dass, wie schon obenangeführt, Abu-Hanifa (gest. 895) den Zucker von Zingis (Tingis,jetzt Tanger) für den Besten aller ihm bekannten erklärt (Ibn-Beithar II, 304); auch Ibn-Fatima behauptet, dass das Zucker-rohr nirgends besser wachse als in Nordwestafrika (Abulfeda II,216). Nach Ibn-Haukal („Journ. asiat." III, Bd. 13, 164, 238,243) und El-Bekri (ebd. V, Bd. 12, 456, 490, 532; Bd. 18, 480ff.)war schon im 10., und noch mehr im 11. Jahrhundert, die ganzeNordküste Afrikas, sowie sämtliche angrenzende Provinzen, im Be-