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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Sechster Abschnitt.

abgekühlt wurden (Ibn-Beithar II, 455ff). Zur Zeit NassiriChosraus empfing allein die Küche des Sultans täglich 14 Kamel-ladungen Schnee, von denen sie jedoch, ebenso wie von Syrupenund Getränken, an Kranke abzugeben pflegte („Sefer Nameh" 158);der Schneetransport von Syrien nach Ägypten war Gegenstandeines besonderen Eildienstes, und hatte in Gaza seine wichtigsteKelais-Station (Makrizi II, 231); diese Stadt diente auch alsHauptvermittlerin für die syrisch-ägyptische Brieftaubenpost, undes spricht ebenso für deren Umfang und hohe Ausbildung, als fürdie Grösse der Opfer, welche zur Befriedigung der kulinarischenLaunen des Hofes von Kairo gebracht wurden, wenn Makrizierzählt (IV, 118), dass der Vezier -lakub-ben-Killis dem ChalifenAziz, als denselben plötzlich Lust nach frischen Kirschen an-wandelte, solche binnen drei Tagen aus Balbek verschallte, indemer 600 Tauben, jede mit zwei, je eine Kirsche enthaltenden Seiden-säckchen beladen, fliegen Hess.

Der berühmte Arzt Ibn-Bothlan (gest. 1072), der in Kairosein Hauptwerk „ Takwim essihha", über die Ernährung, schriebtwidmet den Speisen aus Zucker und Syrup, sowie dem Dessert, dreiganze Kapitel; ebenso ausführlich behandelt dieselben der ArztMesue der Jüngere (gest. 1015), bei dem wir auch wieder demgepriesenen, von Aristoteles für Alexander dem Grossen be-reiteten Pulver begegnen, und hören, dass es aus Myrobalanen,Gewürznelken, Kampher und Tabarzed (!) bestanden habe(Leclerc I, 489 und 507). Auch Cohen-el-A ttar bespricht inseinem, 1259 zu Kairo verfassten pharmazeutischen Handbuche, dieSyrupe, die Zuckerwaren und die verzuckerten Früchte in mehrerensehr ausführlichen Kapiteln (Leclerc II, 215).

Die feinsten Zucker und Zuckerwaaren Ägyptens bildeteneinen der wichtigsten Ausfuhr-Gegenstände dieses Landes nach denasiatischen Provinzen des Ohalifates, denn man war daselbst, obwohl,wie es scheint, ägyptische Lehrmeister zuweilen nach Damaskusund Bagdad berufen wurden, nicht im stände, Produkte von gleichguter Beschaffenheit herzustellen. Da auch die besten Zuckergegen die Einflüsse einer längeren Seefahrt nicht unempfindlichwaren, so wurden sie ausschliesslich auf dem Landwege befördert;während der Kreuzzüge fielen mehrmals derartige Sendungen indie Hände der Christen, und als die Mongolen unter Hulagu-Chan Mesopotamien verwüsteten (1252), fingen sie einmal einenach Bagdad bestimmte Karawane auf, und raubten, neben vielenanderen Schätzen, auch 600 Kamel-Lasten ägyptischen Zuckere(Makrizi I, 37). Seiner Kostbarkeit wegen, wurde dieser auch