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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Chalif'ats. 141

bracht wurde (I, 129); ebenso war auch die Oasis zwischen Ägyptenund dem Sudan reich an Zuckerrohr, das bei guter Bewässerungvortrefflich gedieh (ebd. I, 123). Nach Abulfeda hatte, nächstKairo, Kus, eine der wichtigsten Städte Ägyptens, der Sammelplatzder Kaufleute aus Aden, und der Umschlagsort für den dreiTagereisen entfernten Hafen Kosseir am roten Meere, die aus-gedehntesten Zuckerrohr-Pflanzungen, die sich am rechten Niluferbis Camula erstreckten („Geogr." II, 140 und 150); an jedem dazugeeigneten Punkte des Nilthaies wurde Zuckerrohr angebaut, undnoch bei Djimi, am hohen Oberlaufe des Nils, fand man solchesvor (ebd. II, 224).

Abdallatif, der gegen 1200 in Ägypten lebte, und seinemerkwürdigen Tiere und Pflanzen beschrieb, erwähnt das Zucker-rohr, als etwas zu gewöhnliches, gar nicht mehr besonders, wohlaber schildert er den, am Hofe und bei den Vornehmen üblichenZucker-Luxus, setzt indes hinzu, dass derselbe dem eigentlichenVolke so gut wie unbekannt sei. „Von Zuckerwerk," sagt er (ed.de Sacy, 811, 317 ff.; 35), „giebt es in Ägypten so unendlicheArten, dass man ein eigenes Buch verfassen müsste, um sie allegenau zu schildern; einige dienen als Heilmittel, und man giebt sieLeuten, die diät leben sollen, unwohl sind, oder keinen rechtenHunger haben, sobald dieselben Lust nach etwas Süssem ankommt;hierher gehören z. B. Chabis aus Kürbissen, Karotten, Rosen undIngwer, sowie die Pastillen aus Aloe, Citronen, Moschus u. dergl."Melonen und Zucker, Hühner in Zuckersyrup mit Haselnüssen, Pistazien,Mohn, Portulak, Hosen und Gewürzen gekocht, sowie süsse Speisenaus Zucker, Mandeln, Sesamöl, Stärke und Gewürzen, wegen ihrerÄhnlichkeit mit Stücken gelber, roter oder grüner Seife, „Sabunijjeh*genannt, wurden nach Abdallatif bei allen Mahlzeiten der Grossenaufgetischt. Alls Merkwürdigkeit beschreibt derselbe auch eine,für ein Festessen gebackene Pastete: Der Teig bestand aus Mehlund Sesamöl; die Füllung aus Lammfleisch, kleinen Vögeln, farcirtenHühnern, Käse und Eiern, gewürzt und übergössen mit einer Sauceaus Pistazien, Pfeffer, Ingwer, Zimmt, Mastix, Koriander, Kümmel,Kardamomen, Nüssen, Moschus, Citronen, Aloe und Rosensyrup;das Ganze war mit sehr viel Zucker und allerlei Zuckerwerk aufdas schönste garnirt.

Als Getränke waren, nach lbn-Dschamia, der um 1150lebte (Wüstenfeld 101), besonders Fruchtweine beliebt, die ausfeinstem, mit Eiweiss und Milch geklärtem, und sorgfältig ab-geschäumtem Zuckersyrup, unter Zusatz von Citronen, Quitten,Minzen, und allerlei Aromen, bereitet, und vor dem Genüsse stark