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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Sechster Abschnitt.

„Mein." I, 274), was, da 1 Dinar für etwa 12 Mark Gold enthielt(Kremer I, 15), einem Goldwerte von etwa 120 Mark entspricht,dessen Geldwert indes heute natürlich ein vielfach (mindestenszehn- bis zwölffach) höherer wäre.

Die Angabe Roziere („Observations sur la physique", Paris1788), dass man es in damaliger Zeit bereits verstand, den Wertund die Gtite des Zuckersaftes durch eigene Instrumente zu prüfen,kann keinem Zweifel mehr unterliegen, seit man weiss, wie weit dieGeschichte des Aräometers zurückreicht. Rhamnius FanniusPalaemon erwähnt es schon um 50 n. Chr. in seinem, zur Zeitdes Kaisers Claudius verfassten Lehrgedichte „Über Maasse undCewichte" (Peters, „Aus pharmazeutischer Vorzeit", Berl. 1889;II, 265), und Synesius (gest. 415), der zur höchsten Blütezeit derAlchemie in Alexandria lebte, beschreibt dasselbe in seinem 15. Briefean Hypatia mit den Worten: „Es ist eine cylindrische Röhremit wagrechten Teilstrichen versehen, welche angeben, wie tief dieSpindel in eine Flüssigkeit einsinkt; damit sie aufrecht schwimme,ist am unteren Ende ein kleines Gewicht, Baryllion, befestigt."Im 6. Jahrhundert waren Aräometer schon im allgemeinen Ge-brauche, denn der Grammatiker Priscianus (gest. 528) giebt inseinem, in lateinischen Versen abgefassten Werke „De ponderibuset mensuris" (= „über Gewichte und Maasse") deren Herstellung ausSilber- oder Kupferblech, und die Art ihrer Anwendung genau an; auchmuss die Empfindlichkeit dieser Spindeln eine bedeutende gewesensein, da Priscianus die verschiedenen Dichten des Fluss-, Teich-und Meerwassers anführt, und auch das Verhältnis der SpeeifischenGewichte von Wasser, Öl und Honig fast ganz richtig wiedergiebt(Hoeferl, 281; Kopp, „Beitr." I, 145; Beckmann, „Beitr." IV,249).*)

Zur Zeit Edrisis (gegen 1150) war die Gegend um Kairo,wo schon ein Jahrhundert vorher El-Bekri bei Terenut, amlinken Nilufer, Zucker-Mühlen sah („Journal asiatique" V, Bd. 12,415), weit und breit ein einziges wohlbewässertes Zuckerrohrfeld,und die Stadt selbst voll von Zucker, und übereich an Süssigkeitenaller Art (Edrisi I, 302 und 804); Cais und Miniet am Nil(1, 124), sowie Chamein (I, 314) waren rings von Zuckerrohr um-geben, und in Terfet und Sennista bei Fayum, machte man Massenvon Rohzucker und Zucker in Hüten, der zumeist nach Kairo ge-

*) Dio Kenntnis des Aräometer» scheint später verloren gegangen zusein; nach Beckmann (a. a. O. 268) beschreibt ihn der Salzsieder JohannThöldon, in seiner „Haligraphia", Lpzg. 1003, zuerst wieder, jedoch sichtlichnicht als ganz neu.