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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Chalifate. J39

höchst willkürlichen, despotischen, und in seiner späteren Lebens-zeit vielleicht nicht ganz geistesklaren Herrscher (Müller, „DerIslam im Morgenland und Abendland", Berl. 1885; 1, 629), wirdschon gemeldet, er habe ein Zacker-Monopol einzuführen versucht;er Hess 5000 Fass Honig in den Nil werfen (Ibn Challikan 111,449), „sodann," sagt Makrizi, „sperrte man alle Zuckerfabriken,verbot allen Leuten, sich fernerhin mit der Herstellung und demKochen des Zuckers zu beschäftigen, und hinderte die Verkäufervon Zucker werk (HaiWO.) und Zucker, andern Zucker als den des Sultanszu kaufen, denn niemand mehr sollte Zucker erzeugen, und ver-kaufen dürfen als er, und niemand anderwärts Zucker einkaufenals bei ihm. Diese Massregel stürzte viele Leute ins "Verderbenund Elend. Man richtete eine eigene Verkaufsstelle ein, derenBeamte den Vertrieb des Zuckers überwachten, und aller fremdeZucker wurde mit Beschlag belegt. Auch forderte der Sultan dasMonopol auf die Anwendung der Maschinen zum Begiessen desZuckerrohres, zum Auspressen desselben, und zur Verwandlung deseingedickten Saftes inZucker" (Abulmahäsin „Geschichte Ägyptens",zitiert in Makrizi's „Histoire des Sultans mamlouks de l'Egypte",ed. Quatremere, Paris 1837; H, 3). Diese Maschinen waren teilsRührwerke, welche die in den Kesseln kochende Zuckermasse inBewegung hielten, und die Krystallisation, welche man durch Bei-mischen fertigen Zuckers anzuregen wusste, begünstigen sollten(s. auch Ibn-Batuta I, 187, der dasselbe von der Darstellung desTraubenzuckers berichtet), — denn Makrizi, sagt ausdrücklich,dass sie in den Gebäuden aufgestellt waren, die zum Kochen desZuckers dienten; teils waren es Schöpfwerke aller Art, entwederSchrauberipumpen, die schon im alten Babylonien und Ägyptenbekannt waren (Diodor I, 34; 11, 10; V, 37. Strabo XVI 1, ö;XVII, 1, 30. Vitruv X, 11), und später nach Archimedes, dersie vermutlich letzterem Lande entlehnte, benannt wurden, oderWasserräder verschiedener Grösse und Konstruktion. Solche Räderunterlagen einer entsprechenden Steuer*), die als sehr drückendempfunden, und deshalb wiederholt, z. B. 1279 durch Mansur-Kelaiin aufgehoben, später aber wieder eingeführt wurde (Ma-krizi a. a. ().); ein grosses Rad z. B., das die Palmen-, Reben-und Zuckerrohrfelder bei Asna bewässerte, hatte eine jährlicheAbgabe von 10 Dinar zu entrichten (Makrizi, bei Quatremere,

*) Nach Rätsel (111, 139) wird in Dongola noch jetzt der Anbau derFelder nach der Zahl der Wasserräder eingeschätzt, und der Gebrauch vonSchöpfwerken mit Ochsonbotrieb ist hoch besteuert.