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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Sechster Abschnitt.

dass es nirgends in der Welt mehr und besseren Zucker gebe, alsin Ägypten (IX, 313), und unter der Dynastie der Fatimiden,welche 970 zur Regierung kam, wurde, wie Makrizi (13G4—1441)angiebt, ein so unerhörter Luxus mit Zucker und Zuckerwarengetrieben, dass nicht nur die Menge und Mannigfaltigkeit derselben,sondern auch ihre Vollendung, die auf eine langandauerndeÜbungszeit zurückschliessen lässt, Erstaunen erregt. NassiriChosrau, welcher gegen 1040 Ägypten bereiste, berichtet („SeferNamen" 158): „Zur Ausschmückung der Festtafel des Sultans beider Feier des Ramazan, waren 50 000 Men (= 76 300 Kilogramm)Zucker verwendet worden; auf der Tafel stand ein Orangenbaum,dessen Zweige, Blätter, und Früchte ganz aus Zucker waren, fernerstanden daselbst 1000 Statuetten und Figuren aus Zucker."Makrizi liefert eine ganz übereinstimmende Schilderung für dasRamazanfest des Jahres 990, und bemerkt, dass die zuckernenSchlösser, Bäume, Statuen und Figuren, vom Polizei- und Ge-richts-Präsidenten beigesteuert werden mussten; dem obersten Kadiund der höheren Geistlichkeit durften jedoch Speisen in Formmenschlicher oder tierischer Figuren nicht vorgesetzt werden, umdurch den Anblick solcher, den Gesetzen des Korans widersprechen-der Nachbildungen, der Orthodoxie derselben keinen Anstoss zugeben (Schack, „Poesie und Kunst der Araber in Spanien undSizilien«, Berl. 1865; 11, 167), Ebenso herrschte, nach Al-Hamadäni, bei der Hochzeit des Kalifen Al-Muktadi-Billahmit der Tochter des Malek-Schäh (1087), eine derartige Ver-schwendung, dass bei einem einzigen Bankette, welches der Herrscherdem Geleite der Braut gab, 40 000 Men (= 61040 Kilogramm)Zucker aufgingen (Ibn-Challikan 111, 444).

Das Vorhandensein von Zuckermengen, welche die Abhaltungvon Festen der geschilderten Art gestatten, setzt die Existenzeiner bedeutenden und wohlentwickelten Industrie voraus; NassiriChosrau berichtet denn auch (118: 150), dass ganz Ägypten vonKanälen mit unzähligen Wasseradern durchzogen sei, und aufsorgfältig gepflegten Feldern eine ganz ungeheuere Menge Zuckerproduziere, — worin auch El-Bekri (um 1050) und Ali-el-Herewi (gegen 1100) ihm beistimmen. Nach Makrizi war zudieser Zeit Koft (Coptos) ein Hauptsitz der Industrie, von derenUmfange es eine Vorstellung giebt, dass dieser Ort, der sich balddarauf zu Gunsten von Kus entvölkerte, um das Jahr 1300, alsdie Gegend schon sehr verödet war, „nur mehr 6 Zuckerfabrikenund einige 40 Raffinerien" besass (Quatremere, „Mein." I, 149).Vom Kalifen Al-Hakim Bi-Amr-Ulah (996 — 1021), einem