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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Chalifats. 135

und Ätzkalk, wobei also das Ätzalkali erst innerhalb der Mischungerzeugt wird („de fac. par." I, 148, 149, 154; 11, 62); dieselbenHeilmittel wendet auch Galenus an, und unterscheidet gleichfallsdie Asche der Kleearten und des Holzes, vom „Nitrum" der bitterenQuellen; ebenso ist bei Demokritos (Kopp, „Beitr." 1, 138 und143) und bei der Alchcmistin Maria (Hoefer I, 284) von Ge-mischen aus Honig und Aschenwasser, oder Honig, Aschenlaugeund Ätzkalk, die Rede. Ibn-Beithar giebt ausdrücklich an, dieAnwendung des Ätzkalkes zur Bereitung von Laugen aus dem„Nitrum" der Seeen oder der Wüste, sowie aus der Asche derSalzpflanzen, welche für das Vieh der Hirten und Nomaden vonso grossem Werte seien (s. Abulfeda II, 200), werde in Ägyptenseit jeher als wichtige Erfindung angesehen und ausgeübt (s. StraboXVH, 1, 23), und das Nämliche berichtet noch nach Jahrhun-derten Bellonius (bei Clusius 137), der die Wüste bei Kairomit solchen Mengen glänzender Sodakrystalle bedeckt sah, dassdie Kamele darin, wie im Schnee, Hufspuren hinterliessen.

Auch den Alaun verwendet Dioskorides zum Klären undReinigen kalter und warmer Honiglösungen („Mat. med." 11, 101;V, 122; „de fac. par." 1, 171; 11, 72), und die arabischen Ärztefolgten ihm darin nach (Räzi 29, und bei Ibn-Beithar II, 84;Avicenna 126); lläzi benutzt jedoch zum Klären von Wein, Obst-säften und Honig, auch Thonerde (Ibn-Beithar II, 473ff.), undAvicenna (54, 126) Myrobalanenwasser oder Galläpfelabsud (alsoGerbsäure), für sich, oder in Verbindung mit Alaun. Das Eiweissbeschreibt Dioskorides („Mat. med.* II, 55) ohne seiner Gerinn-barkeit besondere Erwähnung zu thun, und verwendet es als Heil-mittel zusammen mit Honig, Gummi, Manna und Stärkemehl („defac. par." I, 124 und 178; II, 27); Razi und Avicenna kennenes jedoch sicher als koagulierbar, und klären Honig und allerleiPflanzensäfte durch Zusatz von Eiweiss, und Aufkochen der Lösung(Ibn-Beithar II, 473ff.)*) Wie nun der Zucker überhaupt einursprünglich rein medizinisches Mittel war, und dann allmählichauch andere Anwendungen fand, so dürften auch die angeführten,in der Pharmacie seit langem bekannten Reinigungs-Methoden,nach und nach zu anderen technischen Zwecken benutzt, und vomHonig auf den verwandten Zucker übertragen worden sein; solcheArbeiten auszuführen, und in grossem Massstabe ins Werk zusetzen, war aber keine Hand geeigneter, als die der ägyptischen

*) Das Klaren dos durch Leinwand filtrierton Weines mit Taubeneiernerwähnt jedoch schon Horaz (.Satiren" II, 4).