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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Sechster Abschnitt.

der arabischen Eroberer von Anfang an auf sich lenkten. Schonder omajjadische Prinz Chalid Ibn-Jezid (635—704), betriebalchemistische, medizinische und astrologische Studien, und Hesszu diesem Zwecke durch Stephanus den Alteren von Alexandria,Werke dieser Richtung ins Arabische übertragen, welche Arbeitenals die ersten überhaupt existierenden arabischen Übersetzungenaus fremden Sprachen, bezeichnet werden (Kremer II, 409; Kopp,„Beitr." III, 11; Meyer, „Bot." III, 98). Auch spätere alidischePrinzen legten der Alchemie grossen Wert bei, betrieben sie selbst,und Hessen sie von Anderen ausüben; besondere Gelehrsamkeit sollbesonders der Prinz üschafar Essadik entfaltet haben, als dessenSchüler der berühmte Geber genannt wird. Dieser Chemiker, denSteinschneider („Virchow's Archiv" 1871, 364) eine „fast my-thische Person" nennt, und über dessen, in die Mitte des achtenJahrhundertes verlegten Lebenslauf, so gut wie nichts bekannt ist(Kopp, „Beitr." III, 14), beschreibt zuerst geeignete und wirklichzweckmässige Vorrichtungen zum Filtrieren, Destillieren, Subli-mieren und Krystallisieren, kennt Wasser- und Aschenbäder, giebtVorschriften zur Darstellung von Ätzalkalien durch Auswascheneines Gemisches von Asche und gebranntem Kalk auf Filtern, undbenützt die so kaustifizierte Lauge zu verschiedenen Zwecken, z. B.zur Darstellung von Schwefelmilch (Kopp, „Beitr." 111,39; HoeferI, 337). Die Anwendung dieser Lauge, der Alkalien und alka-lischen Erden, sowie überhaupt der Chemikalien, zur Reinigungdes Zuckerrohrsaftes, ist aber der wichtigste Fortschritt, den dieKunst der Zuckererzeugung auf ägyptischem Boden gemacht hat.Den ersten Anstoss zu demselben mögen die Angaben derklassischen Autoren gegeben haben, deren Werke den ägyptischenForschern wohl bekannt, und, während der Blütezeit der Alchemie,Gegenstand eifrigen Studiums und unzähliger Kommentare waren.Schon Plinius empfiehlt die Anwendung von Asche, Kalk undGyps zur Verbesserung saurer Weine und zur Konservierung desMostes („Hist. Nat." XIV, 20 und 25; XXXVI, 48), und Colu-mella (XII, 20) stimmt ihm darin bei. Dioskorides beschreibtausführlich die Darstellung des Ätzkalkes („Mat. med." V, 132),unterscheidet das zerfliessliche Alkali aus der Asche des Holzes,der Hefe, und des Weinsteines, also das kohlensaure Kalium, vom„Nitron" aus dem Wasser der Bitterseen (ebd. V, 134; „Liber devenenis" 9), dem kohlensauren Natrium, und kennt auch die Ein-wirkung des Kalkes auf das letztere („de fac. par." II, 200).Wie Plinius („Hist. Nat." XIV, 11), so bereitet auch er Arzneienaus Honig und Ätzkalk, Honig und Ätzkali, oder Honig mit Asche