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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr und Zucker in den westlichen Provinzen des Ohalifats. 133

Zuckers, sowie mit Zucker eingemachter Früchte, B, B. des Ingwers(Low 139).

Nach allem diesem kann es als gesichert gelten, dass dasZuckerrohr in Ägypten, solange dieses selbständiger Staat, römische,und byzantinische Provinz war, nicht nachweisbar ist. Rittervertritt die Meinung, es sei dahin nilahwärts, von Nubien oderüongola aus, und in diese Länder direkt aus Indien oder Persiengekommen (S. 380); es wäre dies dieselbe Verbreitungslinie wie dieder Baumwolle (Sehrader I, 204), und entspräche einer der älte-sten und befahrensten Handelsstrassen der Welt. Während aberbetreff der Baumwolle Plinius erwähnt, dass sie wirklich zuerstin den, Arabien zugewandten Teilen Oberägyptens gebaut wurde,fehlt bisher ein gleicher Nachweis für das Zuckerrohr, und eswäre auch auffällig, dass dasselbe, wenn überhaupt, erst in sospäter Zeit, diesen W T eg eingeschlagen haben sollte. Es mussvielmehr als wahrscheinlicher gelten, dass die Araber das Zucker-rohr am Landwege, und zuerst nach Unterägypten einführten,als sie nach der völligen Eroberung Ägyptens durch Amru (640—643), welche, wie die „Papyrus Rainer" beweisen, mit grössterUmsicht und Schonung der Bevölkerung geschah, sogleich be-gannen, durch bessere Verwaltung, und Schaffung neuer Einnahms-quellen, den Wohlstand der Provinz und deren Steuererträgnis, zuvermehren, und zu steigern.*) Hierzu scheint die Kultur des Zucker-rohres eines der wirksamsten Mittel gewesen zu sein, um so mehrals die Fabrikation, und besonders die Raffination des Zuckers,sich bald zu einer Vollkommenheit aufschwang, die in keinemanderen Teile des Chalifenreiches ihresgleichen fand, und Ägypten,auch für die .asiatischen Provinzen desselben, zum alleinigenLieferanten der feinsten Zuckersorten erhob.

Über die Technik der ägyptischen Zuckerfabrikation scheintaus arabischen Quellen nichts überliefert zu sein, vermutlich weilin Ägypten, wie schon in früherer, so auch in späterer Zeit, die Dar-stellung der kostbareren technisch-chemischen Produkte ein Hoheits-recht, oder die Geheimkunst besonderer Zünfte war (Kopp, „Beitr."I, 90); die bedeutendsten Fortschritte sind jedoch zweifellos durchAnwendung der Kenntnisse aus dem Gebiete der Chemie und Al-chemie gemacht worden, welche sich seit vielen Jahrhunderten inÄgypten der eifrigsten Pilege erfreuten, und die Aufmerksamkeit

*) Nach Volz (168 und 172) fallt auch dio Einführung der zur Soda-fabrikation dienenden Salzpflanzen, sowie die dos Reises nach Ägypten, indie nämliche Zeit; Straho sah übrigens schon Reis in Bakterien, Babylonien.Snsiana und Syrien (XV, 1, 18).