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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Fünfter Abschnitt.

bei ihm, wie bei den Arabern überhaupt, die abergläubischenElemente der Arzneimittellehre vornehmlich auf indische Einflüssezurückzuführen sind (Steinschneider a. a. 0. 344).

Die Kenntnis der arabisch-medizinischen Werke im Original,ist im ganzen leider noch gering (Haeser I, 560), so dass manzumeist auf die in barbarischem Latein abgefassten Übersetzungenaus dem frühen Mittelalter angewiesen ist; für Räzi liegt z. B.eine solche von Gerhard von Cremona (1114—1187) vor, diein Venedig, 1500, gedruckt ist.

Zur Darstellung von Arzneien verwendet Räzi häufig nochHonig, weil dieser in vielen Fällen dem Zucker überlegen sei(S. 13), doch gebraucht er den letzteren schon so oft, und in somannigfacher Weise, dass seine Vorschriften sichtlich nur die,während einer längeren Vorzeit von Anderen bewährt gefundenenzusammenfassen. Zuckerrohr ist nach Räzi milde und kühlend,heilsam für die Kehle, den Magen und die Nieren (14), und giebteinen Saft, der, zum Syrup eingedickt, den Durst löscht, und, mitSchnee gekühlt, die Hitze des Körpers, sowie das Fieber vertreibt(12; 92); Zucker selbst ist ein höchst heilsamer, niemals Schadenbringender Stoff, den jeder Arzt stets ohne alles Bedenken an-wenden kann (94), der sich bei grosser Schwäche als gute undleichtverdauliche Nahrung bewährt (45), und daher, in Milch auf-gelöst, ein vorzügliches Kraftmittel für Schwindsüchtige abgiebt.Räzi berichtet auch über erfolgreiche Kuren in verzweifelten Fällenvon Magen- und Verdauungsleiden, die er mit Veilchen- und Rosen-zucker ausführte (93), denen man, behufs Erhöhung der Wirkung,noch Korallen und Perlen zuzusetzen pflegte (104); als Sorten desZuckers erwähnt er roten und braunen (68), gereinigten (66),weissen (42; 86), rein weissen (48), harten durchscheinenden Tabarzed(öl, 54, 61 ff., 82), Fanid (82, 92, 96, 104), den er als hitzig wieHonig, jedoch als nicht gallenbildend bezeichnet, und Diapenidion,einen durch Auflösen von Fanid bereiteten, zähflüssigen, schleim-lösenden Brusttrank (104). Ausserordentlich mannigfach sind die,Zucker enthaltenden, zusammengesetzten Heilmittel; Räzi verwendetsüssen Syrup von Veilchen, Rosen, Granaten, Johannisbeeren,Citrouen, Pflaumen (12), Maulbeeren, Nüssen, Suruach (20), Hasel-nüssen und Mohn (26); Zucker von Veilchen, Rosen, Myrobalanen(15), Äpfeln, Trauben (29), Feigen (38), Mandeln (26), Endivien,Sellerie und Portulak (98); Zucker mit Kuh-, Ziegen-, Esels- undKamelmilch (26, 45), mit Milch, Butter, Mandelöl und Eiswasser(35, 81, 39), mit Milch und Reis, Milch, Butter und Brotkrume(58); Zucker mit Ingwer (18, 47), Koriander (36), Mohnsamen (55),