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Fünfter Abschnitt.
Die Ärzte der Ckalifen waren meist Zöglinge der Schule vonGondisapür; Mansur (754—775) berief, als er 765 schwer er-krankte, Djordjis, den Leiter des Hospitals und der Schule vonGondisapür, als den berühmtesten Arzt seiner Zeit, nach Bagdad,und indem dieser den kranken Herrscher wieder herzustellen ver-stand, begründete er den Einfluss der griechischen Medizin undWissenschaft am Hofe der Chalifen, und leitete so jene welt-bedeutende Bewegung ein, durch welche das Zeitalter der Über-setzungen aus der klassischen, der persischen, und der indischenLitteratur ins Arabische, und hierdurch das der grossen arabischenArzte angebahnt wurde (Kremer II, 413 und 454 ff.; Massudi VIII,291). Schon Mansur selbst Hess mehrere griechische und indischeWerke übersetzen, darunter vermutlich auch Susruta; es ist be-zeugt, dass indische Ärzte in Gondisapür praktisch thätig waren(Kremer II, 181), und die zunehmende Beschäftigung mit derindischen Medizin und Arzneimittellehre, sowie der seit etwa750, in raschem Wachsen befindliche Einfluss der letzteren, ist da-her leicht erklärlich (Spiegel III, 316; Weber 289; Reinaud,,Mem.' 310; Abulfeda I, 175). Härun-al-Raschid (786—809)hatte einen indischen Leibarzt, Manka, dem er jährlich etwa200000 Mark Gebalt bezahlte (Kremer II, 179); auch dieser solleine Reihe wichtiger indischer Werke ins Arabische übersetzthaben, unter denen Susruta ebenfalls genannt wird (Lassen V,73 ff.). Leibarzt des Chalifen Mamun (813 — 833) war Ibn-Mässawaih (777—857), ein syrischer Christ; es wird von ihmberichtet, dass er ein Feind aller Neuerungen gewesen sei (Ledere I,104), stets nur Arzneimittel verschrieben habe, die sich seitwenigstens zweihundert Jahren als bekannt und bewährt erwiesenhätten, und dass er deshalb niemals Zucker, sondern stets Honigzur Bereitung von Süsstränken, Rosensyrup, u. dergl. benutzte.Sind auch die zweihundert Jahre nicht wörtlich zu nehmen, sostimmt diese Nachricht doch im Ganzen zu der Annahme, dassfester Zucker vor Anfang des 7. Jahrhunderts ausserhalb Indiensnoch nicht bekannt gewesen sei. Ibn-Mässawaih beschriebübrigens die verschiedenen Eigenschaften des Fanid, des Tabarzedund des suleimanischen Zuckers (s. Johannis, filii Serapionis,Medici „Practica" et „De substantiis medicinarum", Lyon 1525,130 ff.); auch giebt Ibn-Beithar aus Malaga (gest. 1248) inseinem Werke „Grosse Zusammenstellung über die Kräfte der be-kannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel" (deutsch von Sont-heimer, Sttgt. 1840) an, er habe Zucker mit Reis, Milch undMandelöl, roten Zucker mit Safflorsamen, und Wein aus Zucker