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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker am Hofe der Olialifen.

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gefangen, bis zur Grenze Mekräns war die ganze Küste mitZiickerrohrfeidern bedeckt, und die erste fabrikmässige Herstellungdes festen Zuckers in verwendbarer Form brachte unermesslicbeReichtümer in das Land (Kremer II, 283). „Siräf", sagt Ibn-Haukal („Geogr." 133), „ist überreich an allen Schätzen, dieüber das Meer kommen und von da aus in die ganze Welt gehen;es giebt dort so reiche Kaufleute, dass einige derselben, wie ichpersönlich weiss, sechs Millionen Dirhem besitzen." Istachrifügt hinzu („Buch der Länder" 71): „Die Kaufleute von Siräfsind meistens sehr geldgierig; die Bewohner sind Seefahrer, ofteinen guten Teil ihres Lebens auf See, und haben davon reichlichenErwerb. Zu meiner Zeit erwarb sich ein Kaufherr ein Vermögenvon 40 Millionen Dirhem, und doch unterschied sich seine Kleidungin nichts von der eines Tagelöhners."

Jakut („Dict." 538) schildert Mekrän, dessen Namen er,nach Hamza, von Mah-Keräu (= fruchtbares Gefilde) ableitet,als ein wohlbebautes, sehr bevölkertes Land, dessen Hauptprodukt, derFanid*) genannte raffinierte Zucker, Gegenstand eines grossen Handelsund wichtigster Ausfuhrartikel von Siräf ist; der beste werde, jedochin geringer Menge, in Masekän erzeugt, die Hauptmasse, welchevon schlechterer Beschaffenheit sei, in Restän oder Djeviän, sowiein Serbäz (ebd. 306). Nach Edrisi pflanzt man in Mekrän un-zähliges Zuckerrohr, und macht Fanid, mit dem ein weitverzweigterHandel getrieben wird; Hauptorte der Kultur und Fabrikationsind Rasek, Maskan, und Kasran („Geogr." 1, 165).

Das Auspressen des Zuckerrohres geschah mittels mächtiger,durch Wasserräder oder Wassermühlen getriebener Steinwalzen;die Schleussenbauten zur Gewinnung des nötigen Gefälles sindvielfach noch heutzutage in den längst vertrockneten Gerinnen derKüstenflüsse- sichtbar, und die Mühlsteine, die bis zwei Meter Durch-messer hatten, und auch nach Art von Kollergängen benutztworden zu sein scheinen, bedecken in manchen Gegenden, z. B.rings um Ahwäz, noch jetzt in grossen Haufen die Ufer (Mignan,bei Ritter IX, 222). Den Gebrauch der Wassermühlen lerntendie Araber wahrscheinlich von den Griechen (Kremer II, 322);obwohl dieselben schon bei Strabo (XII, 3,30), Vitruv (X, 10)und Palladius (I, 42), vielleicht sogar schon bei Lukrez (V, 517)genannt werden, so kommen doch öffentliche Wassermühlen erstunter Honorius und Arcadius vor, und werden 398 durch das

*) Das« Fanid aus Kand korrumpiert sein soll (Jakut 540) ist jeden-falls eine irrtümliche Behauptung; das Wort stammt vom indischen Plv.inita,