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Fünfter Abschnitt,
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aus einer Masse von Zucker, Ambra, Kampher und allerlei Gewürzengeknetet, geschmückt wai - en, oder Schlösser mit Türmen u. dergl.,ganz aus Zucker aufgebaut, darstellten; an süssen Speisen hatteman eine unglaubliche Mannigfaltigkeit, und jedes Festmahl ohneSüssigkeiteu galt als mangelhaft und verfehlt, so dass deren Zu-bereitung bei Hof mit grosser Sorgfalt überwacht wurde, wie dennz. B. der Prinz Ibrahim Ibn-Mahdi sogar selbst ein Kochbuchverfasste (Kremer I, 197ff.; II, 64). Ein Richter erfand die ver-zuckerten Pistazien, und ein besonders kostbares Backwerk hiessKadi-Bissen (Ibn-Batuta's „Reisen", franz. Übers, von Defre-mery und Sanguinetti, Paris 1853; HI, 124 und 425); Damas-kus lieferte herrliche, in Honig und Zucker eingemachte Früchte,Bagdad verzuckerte Quitten und Granatäpfel, Jemen kandierteBetel-Blätter (Kremer II, 383, 337, 338); von Sorbets gab esunzählige Arten, aus Honig, Zucker und Fruchtsäften bereitet,ferner trank man Zuckerwein, Wein mit Honig, Syrup, Aprikosen-saft und Gewürzen gemischt, süssen Obstwein und Dattelwein, so-wie Biere aus Weizen, Hirse und Gerste, die die Araber bei derEroberung Ägyptens (640) kennen lernten, wo solche seit Alters hergebräuchlich waren, und in späterer Zeit als Steuerobjekt dienten(Kremer I, 197ff.).
Am fürstlichen Hofe wurden Süssigkeiteu .aller Art in Un-mengen verbraucht: Der Chalif Mahdi (775 — 785) setzte seinenGästen Mark, mit Honig, Zuckersyrup, und anderen köstlichen Zu-thaten eingemacht, vor, und soll mit Kataif, einer Art Blätterteigmit Syrup und Fruchtsaft gefüllt, vergiftet worden sein (MassudiVI, 226); Wathik (824—847) war ein bekannter Feinschmecker,und ein so grosser Trinker, dass er, um sich genügenden Durst zuerregen, stets Zucker, oder Zuckerrohr mit Rosenwasser begossen,genoss (ebd. VII, 171); die Tafelkosten des Chalifen Mohtadi^»(869—870) betrugen täglich 10 000 Dirhem (Kremer I, 1970'.);"*zur Zeit des Motamid (870—892) wurden Reis und Datteln mitRahm und Honig (Chabissah), sowie Mehl mit Wasser und Honig(Faludadsch) „verachtete Speisen" genannt, welche zu gemessenals Zeichen altvaterischer Einfachheit galt; Ibn-Bessam machteSpottverse über eine Chabissah, zu deren Bereitung zu wenig Zuckergenommen worden war; über die Kunst des Essens und Trinkens,die Küchenkunst, „deren Kenntnis für jeden Gebildeten unentbehr-. lieh ist", die Kombination der Arome und Speisen, die Mischungder Weine und Getränke, die Bereitung und das kunstgemässeAnrichten des Desserts, sowie über die höfischen Gebräuche unddas Zeremoniell bei Schmausen und Gesellschaften, gab es ausführ-