Der Zucker am Hoi'e der Clialifen.
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197ff), und dieser Feinschmecker führte selbst im Felde stets diebeste Küche; doch übertraf ihn noch der Chalif Suleiman (715— 717), welcher sogar des Nachts Körbe voll Halwa und Zucker-werk am Bette stehen hatte (Massudi V, 402). Als Getränk warIvosiiton, gezuckertes Rosenwasser mit Schnee gekühlt, besondersbei den Frauen beliebt (Kremer 1, 149), während sich die Männer,dem Koran-Verbote zum Trotz, an den Wein hielten, oder dessenSurrogate, Honig-, Rosinen- und Dattelwein, Meth (mädi, was aufdas indische Madhu deutet) aus Honig und Dattelhonig, und Dusch-äb, d. i. Dattelwein mit eingekochtem Most, genossen (ebd. II204ff).
Albirüni („Chronologie" 325) berichtet: „Der erste Tag desMonats Almuharram wird gefeiert, weil er das Jahr beginnt; amzehnten Tage wird ein grosses Fest veranstaltet: die Omajjadenzogen neue herrlich verzierte Kleider an, malten ihre Augenbrauenmit Antimon*), machten Geschenke, gaben Gastmähler, und assenviele süssen Speisen und alle Arten Zuckerwerk; solange sieherrschten, war dieser Gebrauch allgemein."
Von den Werken der Dichter dieser Zeit ist, nach Kremer,noch so gut wie nichts bekannt, vielleicht auch Weniges erhalten;die Verse
„Honigseim und Ingwer, von Balsam und Ambra umflossen,„Hat sich lockend über den Mund meiner Liebston ergossen"
beweisen jedoch immerhin, dass die Dichter des Omajjaden-Hofesdie Feinheit gewisser Tafelgenüsse wohl zu schätzen verstanden.
Mit dem Regierungsantritte der Abbassiden-Dynastie (749),und namentlich mit der Verlegung der Residenz nach Bagdad(762), der vom Clialifen Mansur (754—775) in günstigster Lagegegründeten neuen Hauptstadt, gewann das Leben und Treiben amfürstlichen Höfe neuen Glanz und vermehrten Aufschwung, undnamentlich der Tafelluxus nahm ganz ungeahnte Dimensionen an.Zuckerwerk, Mandorlate und süsse Krapfen wurden schon zumMorgenimbiss genommen (Massudi VIII, 268), und Ibn-Challi-kän erwähnt von einem, um 775 lebenden Staatsmanne, dass erselbst vor dem Frühgebete schon Kamelmilch mit Honig undZucker trank. Bei Festen verfertigte man grosse Tafelaufsätze, diemit Tiergestalten**'), menschlichen Figuren, Blumen und Früchten,
*) Nach Kazwini galt dies auch als Schutzmittel gegen Triefäugigkeit.
**) Die Anfertigung solcher Gestalten war eine indische Sitte („Ind.
Stud." XV, 102) und kam von Indien aus wahrscheinlich zu den Persern
(Albirüni, „Chronologie" '212); wir finden sie aber auch bei den alten
Ägyptern (Woenig 178).