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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Dor Zucker am Hofe der Chalifen.

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liehe „ganze Bände ausfüllende" Werke, die noch dazu vielfach inVersen ahgefasst waren (Massudi VIII, 54, 262, 102). Sorbetsund Getränke wurden mit Schnee abgekühlt, dessen Beschaffungaus dem Libanon, oder aus den armenischen Hochgebirgen, unddessen sachgemässe Auf bewahrung, als Gegenstand grösster Wichtig-keit galt (Abulf'eda III, 7), und bald so unentbehrlich wurde,dass Ibn-Haukal („Geogr." 136) schon einer Steuer auf gekühltesWasser Erwähnung thut; in späterer Zeit verstand man es jedochschon, mit Hilfe von Salpeter*) künstliches Eis herzustellen, dessenu. a. auch der gelehrte Ibn-Abi-Usaibiah gedenkt (KremerII, 453).

Des als geizig bekannten Muktaf'i (902—908) tägliche Mittags-tafel bestand aus zehn Gängen, zu denen Freitags noch ein Zick-lein und drei besondere süsse Gerichte hinzukamen (Massudi VIII,226); unter ihm und dem Chalifen Mustakfi (944—946) wurdeder Tafelluxus immer grösser, und begeisterte die Hofpoeten dieserZeiten zu feurigen dichterischen Ergüssen, deren uns Massudi(VIII 238ff.; VIII 395 und 401ff.) einige, welche die obengenann-ten Chalifen auswendig wussten, und bei Tische zu recitierenpflegten, aufbewahrt hat. So z. B. singt Achmed:

„Den Katä'if seht, den raffinierter Zucker.„Don Bananen, und den Mandeln füllen!„Wie er schwimmt in einer Flut von NussSl!„Darf an ihm ich mein Verlangen stillen.„Jauchz ich auf, beglückt wie Abbas war...Als er weichen sah der Feinde Schar."

Von lbn-Rumi rühren folgende Verse her:

„Dos Djüdabah duftiger Regen geht nieder,

„Und MandelcrGmo folgt, mit Zucker bestreut;

„Bodankt sei Himmel für solchen Regen.

„Beglückt sei Erde, die er erfreut ....

„Dann nah'n Katä'ifs voll Herrlichkeiten,

„Den Gaumen reizende, feine Gerichte,

„Die schmeichelnd süss durch die Lippen gleiten.

„Verklärendes Lächeln im Angesichte

„Siehst du die Menge des Zuckersyrups

..Der sie bedeckt von allen Seiten,

„Und mit der Butter, die sich ergiesst,

„In einen Tau von Thränon zerfliegst."

*) Boyle beschrieb 1665 diesen Vorgang als neu (Wiegleb,schichte der Chemie", Berl. 1790; I, 20).

„Ge-

Lippmann. Geschichte des Zuckern.