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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Fünfter Abschnitt.

■ I

voll von Palmen, Reben und Fruchtbiiumen, verlieissen, sowie einmit Kafur (Kampher) oder Sengebil (Ingwer) gewürzter Trank; die76. Sure sagt darüber (Übersetzung von Rückert, Frankf. 1888):

.Doch die Gerechten trinken aus ilon Schalen.

„Gewürzt mit Kafur,

..Den Quell, aus welchem trinken Gottes Knechte,

.Und lassen sprudeln seinen Sprudel; 1 ' ....

..Man reicht zum Trinken ihnen dort die Schale

.Gewürzt mit, Sengebil,

.Ans einem Quell dort, der genannt ist Selsebil."

Die Tradition, welche über die dreissig Pflanzen berichtet, dieAdam aus dem Paradiese mitnahm, nennt unter diesen das Zucker-rohr ebenfalls nicht (Massudi I, 61); hingegen war der Honigden Arabern wohl bekannt, und stand bei ihnen in hoher Ver-ehrung, da Allah selbst, am 1. Schawwäl, dem Tage des Beirani-t'estes, den Bienen geoffenbart haben soll, wie sie Honig und Wachszu bereiten hätten, und an demselben Tage auch den Erdenbewohnerndiese Glückseligkeiten zuerteilte (Kazwini 148 und 164). In der16. Sure des Korans, „Die Bienen", heisst es:

.Und offenbaret hat der Herr der Biene:

..Nimm in Bergklüften deine Wohnung,

..In Bäumen, und in dem was Menschen anfbau'n;

.Dann iss von allen Früchten

„Und geh' die Wege deines Herrn in Demut. —

„Aus Bienenloiborn kommt ein Saft

.Von mannigfacher Farbe,

.In ihm ist Heilung für die Menschen."

Die erste Kenntnis des Zuckerrohres empfingen die Araber\ erst, als sich die Lehre des Propheten mit Waffengewalt auszu-I breiten begann, als Hira am unteren Euphrat 683 besetzt wurde(Tabari 502; Spiegel III, 534), die gewaltige Schlacht bei Ka-desia (636) den Sassaniden den Thron, dem persischen Reiche dieSelbständigkeit raubte (ebd. III, 539), die Gründung Bassorahs, imTigrisdelta, die Blüte Obollahs vernichtete, und der Handel in dieHände der Eroberer überging, die nunmehr Susiana und diefruchtbarsten Gefilde Mesopotamiens ihr Eigen nannten. Die Nie-derwerfung Chuzistans erfolgte in den Jahren 638—640, undwurde durch die Einnahme von Ahwäz gekrönt; so gross war in-dess der Eindruck, den die überlegene Kultur dieser Landstricheauf die Sieger machte, und so richtig und rasch der Einblick indie Vorteile, die man aus deren Ausnützung ziehen könne, dassder Chalif Omar, selbst nach glücklicher Unterdrückung eines