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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Zucker am Hofe der Chalifen.

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Ebensowenig begegnen wir dem Zucker in den Gedichten desAmrilkais (deutsch von Rückert, Stuttg. 1843), welcher zurZeit Justinians am luxuriösen Hofe der syrischen und persischenVasallenfürsten verkehrte (Kremer II, 353), und manche anderenSpezereien und Arome indischen Ursprunges kannte; des Handelsvon Mekka nach Jemen und Syrien in dieser Zeit, gedenkt schondie „Hamäsa" (II, 17«), und auch die 106. Sure des Korans setztihn als bekannt voraus.

Mohammed ' selbst war ein grosser Freund von Süssig-keiten. Abdallatif erzählt in seiner, gegen 1200 verfassten Be-schreibung Ägyptens (franz. Übers, von de Sacy, Paris 1810; 107),dass er, als ihm Othman-ben-Affan zum ersten Male die vonihm erfundene Speise „Chabis", d. i. Datteln mit Sahne und Honiggemischt, vorsetzte, in höchstes Entzücken geriet, und begeistertausrief: „Gott, Othman sucht deine Gnade, gewähre sie ihm!"Nach Kazwini (gest. 1283) war der Prophet sehr erfreut, als manihm am Nauröz, „dem gewaltigen Festtage der Perser", einensilbernen Becher mit den „Süssigkeiten des Neujahrsfestes* brachte;er deutete den Tag nach seiner Weise aus, ass die Süssigkeiten,und verteilte sie auch an seine Genossen (Kazwini, deutsch vonEthe, Lpzg. 1868; I, 164). Ebenso nahm er mit grossem Wohl-gefallen eine Gabe des berühmten Honigs von Bahna entgegen,die ihm der byzantinische Statthalter Ägyptens, im Jahre 7 derHedschra, gesandt haben soll (Quatremere, „Memoire geographiqueet historique sur l'Egypte", Paris 1811; 1, 107). Die Traditionschreibt auch Mohammed an dreihundert Vorschriften medizi-nischen Inhaltes zu, in welchen Honig als Hauptmittel zur Erhaltungder Gesundheit genaunt, und mit Öl, Milch und allerlei Frucht-säften zu heilsamen Getränken gemischt wird (Leclerc, „Histoirede la medecine arabe", Paris 1876; I, 30); sie berichtet ferner,dass Mohammed diese Kenntnisse dem Unigange mit Haret-ben-Kaladah verdankte, einem geborenen Araber, der seine ärztlicheBildung in Gondisapür empfangen hatte, und sogar in Indien ge-wesen sein soll (ebd. 1, 28; Rehiaud, „Mem." 310). Jedenfallsgilt es als sicher, dass die Araber in dieser, und der dem Auftretendes Propheten unmittelbar vorangehenden Zeit, medizinische Lehrenaus Indien empfangen haben (Wüstenfeld, „Geschichte der ara-bischen Ärzte und Naturforscher", Göttingen 1840, 3).

Im Koran, dessen jetzt vorliegende Fassung in allem Wesent-lichen den Charakter ursprünglicher Echtheit bewahrt hat, wirdgleichfalls das Zuckerrohr nicht erwähnt, und auch im Paradiesewird den Frommen nur ein schatten- und wasserreiches Getilde.