FÜNFTER ABSCHNITT.
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Der Zucker am Hofe der Clialifen.
Den Arabern, die als neues, in seiner Bedeutung nicht leichtzu überschätzendes Element, seit dem Auftreten Mohammed's(570—632) den Gang der weltgeschichtlichen Ereignisse zu beein-flussen beginnen, einem Volke, das sich, bis kurz vor Beginn seinerBlütezeit, altererbten, patriarchalischen Sitten gemäss, und inmitteneines von der Natur mit spärlichen Reizen ausgeschmückten Lan-des nomadisierend, entwickelt hatte, war, wie der orientalischeLuxus überhaupt, so auch das Zuckerrohr und der Zucker ursprüng-lich unbekannt.
In der ältesten Sammlung arabischer Volkslieder der frühestenPeriode, der „Hamäsa" des Abu-Temmäm, — welcher nach den, um943 verfassten „Goldwiesen" des Massudi (franz. "Ubers. von Bar-bier de Meynard, Paris 1861—1877; VII, 151 und 166), in denJahren 805—846 lebte, sein Werk jedoch nicht mehr selbst veröffent-lichte, — wird nur des Bambus- nicht des Zuckerrohres gedacht; soz. B. rufen zwei, dem nämlichen Stamme entsprossene Geschlechter,im Andenken an den gemeinsamen Altervater sicli zu („Hamäsa",deutsch von llückert, Stuttg. 1846; 1, 270):
„Wir beide rufen ja „Nisar", — ihm boidoi'soit'ge Kinder;
„Und zwischen uns soll sein im Schwang das Lanzenrohr der Inder?"
Als Versüssungsmittel wird allein der Honig genannt; so heisstes (ebd. I, 300; II, 9; II, 41):
„Du freilich wünschest Ehre wohlfeilen Kauft für dich..Doch Honig ist zu kaufen nicht ohne Hienonstich.
„Wie mancher, heimlich voll Erbitterungen,„Hat Gift im Herzen, Honig auf den Zungen."
„Zwei Goschmäcke liatt' er, Honigwab' und Gall"„Und zu schmecken gab er die zwei überall."