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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Vierter Abschnitt.

de Meynard, Paris 1861, 546; Edrisi, „Geographie" franz. vonJaubert, Paris 1836, I, 162). Es wird ferner, als älteste undwichtigste ETzeugungsstätte des festen Zuckers, die Provinz Mekrän,der unmittelbar westlich vom Indusdelta gelegene, im Süden vompersischen Meerbusen begrenzte Küstenstrich genannt, und endlichals Namen des festen Produktes „Fanid" angeführt, welches Wortwir, in der Form „phänita" oder „phäni", bereits als indischeBezeichnung des rohen Rohrsaftes, sowie des aus diesem gewonnenenrohen Zuckers, kennen lernten. Man darf es demnach als sehrwahrscheinlich betrachten, dass die Kunst der Zuckerbereitung vonIndien aus, sich allmählich über die angrenzenden Nachbarländerverbreitete, und dass der Westen nicht, wie wir dies beim Zucker-rohre als möglich erwähnten, die erste Kunde von derselben amSeewege erhielt.

Was die Beschaffenheit jenes Rohzuckers betrifft, so war siedie nämliche wie die des rohesten indischen Produktes, und ver-blieb dies auch noch lange Zeit hindurch. Ibn-Haukai sagtdarüber („Geographie", engl. Übers, von Ouseley, London 1800,152): „Mekrän erzeugt Fanid, eine Art süsser Paste oder Zucker-kuchen, lind führt ihn in die ganze Welt aus", und an andererStelle (Gildemeister 176 ff.): „Zu Hardan in Mekrän giebt esviele Palmen, Zuckerrohr und Fanid, und der meiste nach anderenGegenden ausgeführte Fanidzucker kommt dorther, einiger aberwird auch aus Mäskän gebracht, und aus Kazdär (im Distrikte vonKelat, an der Grenze des Sind), wo es auch viel davon giebt.Fanid ist der gekochte und eingedickte Saft des Zuckerrohres."Bei Avicenna (980—1037) heisst es: „Fanid ist Rohrsaft, ge-kocht bis er dick wird, wodurch man aus ihm Fanid erhält; diesgeschieht in der Provinz Mekrän, von wo man ihn in die anderenGegenden ausführt, und ausser in Mekrän wird kein Fanid ge-macht." Auch diese Angabe ist jedenfalls einer älteren Quelleentlehnt.

Es ist natürlich nicht daran zu denken, dass die Zucker-erzeugung schon anfangs im Grossen betrieben wurde, oder dassein Zuckerhandel bestand, sondern wie jedermann für seinen eigenenBedarf Zuckerrohr anbaute, so bereitete er auch aus dessen Saft selbstZucker; da aber immerhin schon hierzu, neben allerlei Gerätschaften,auch ein gewisses grösseres Rohrquantum nötig war, so konnten zu-nächst jedenfalls nur Diejenigen festen Zucker auf Vorrat erzeugen, diedie hierzu nötigen Ländereien und Geldmittel besassen, und eine be-sondere Veranlassung, sowie eine sichere Verwertung des gewonnenenProduktes vor Augen hatten. Da nun der Zucker, als man ihn