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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Vierter Abschnitt.

I

dürfen wir uns den Anbau vorstellen, dessen Moses von Chorenegedenkt, und der damals sicher noch ein völlig vereinzelter war,und als Merkwürdigkeit der Stadt galt; ob, wie einige Forscher,z. ß. Ritter, annehmen, das Lob, welches die antiken Schrift-steller dem Sakcharon zollen, die mit den Werken derselben wohl-bekannten nestorianischen Arzte zum Anbau des Zuckerrohresveranlasst habe, mag dahingestellt bleiben. Auch ist nicht mitSicherheit bekannt, auf welche Weise dieselben in Besitz desRohres kamen; da indes der Verkehr zwischen .Persien und Indiensich fast ausschliesslich zur See vollzog, so ist es wahrscheinlich,dass auf diesem Wege auch das Zuckerrohr nach Susiana gelangtsei (Spiegel I, 256; Ritter 372); doch bleibt der Landwegimmerhin möglich,

Die wahre Blütezeit der Schule von Gondisapür begann unterder Regierung des Chosrau Nuschirwan, oder Chosroes I.(582—579), eines energischen imd hochgebildeten Herrschers, unterdessen Regierung Persien seine grösste Ausdehnung, von -lernenbis zum Oxus, und vom Indus bis zum Mittelmeere erreichte(Spiegel III, 461); ob er wirklich die Schriften des Piaton undAristoteles zu würdigen verstand, ist zwar fraglich, sicher warer jedoch ein Freund der Wissenschaften, und namentlich, infolgeeines körperlichen Leidens, der Medizin (Meyer, „Bot." III, 32).Seinen Leibarzt Burzweih sandte er zweimal nach Indien, umdort Arzneien und medizinische Werke zu holen (Haeser I, 452).Bei diesem Anlasse sollen auch die Fabeln des Bidpai „Kaiilaund Dimna" ins Persische übersetzt, und hierdurch zunächst demOriente, und durch dessen Vermittlung später dem Occidente, dieganze Fülle der Sagen und Märchenstoffe des „Pancatantram" er-schlossen worden sein (Reinaud, „Mem." 127, 128 und 309):dieses Sammelwerk ist vermutlich erst im 4. Jahrhunderte redi-giert worden, und zeigt die für seinen indischen Ursprung socharakteristische, sog. „Schachtelform", d. h. die einzelnen kleinenBegebenheiten werden im Rahmen einer fortlaufenden Haupt-erzählung berichtet (Weber 229). Das Schachspiel soll Chosroesebenfalls aus Indien empfangen haben, wie er denn auch mit in-dischen Königen in Briefwechsel stand (Tabari 264, 375), undvon einigen Provinzen am Indus Tribut entgegennahm (Reinauda. a. 0.); die Feldzüge nach Indien, die ihm zugeschrieben werden,gehören jedoch in das Gebiet der Fabel (Spiegel III, 421;Tabari 250).

Die fortdauernd lebhafte Verbindung mit Indien mag immer-hin auch die Bekanntschaft mit dem Zuckerrohre gefördert haben,