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Vierter Abschnitt.
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eingefügt worden sein kann. Die gemeldete Thatsache an sich,entbehrt indessen keineswegs der Wahrscheinlichkeit, und für diesespricht nicht nur die Paralleistelle bei Fabian, und der Umstand,dass gerade Moses von Chorene's Überlieferungen von Sagenund Gebräuchen als zuverlässig und wertvoll gelten (Spiegel III.218 und 226), sondern auch vor allem der Zusammenhang seinerMitteilung mit der Nennung des Namens Gondisapür.
Diese Stadt wurde vom Perserkönige Sapur I. (241—272)gegründet, und zwar vermutlich, als er im .lahre 262 den römischenKaiser Valerianus in Antiochia gefangen nahm, die Stadt zer-störte, und die meisten ihrer Einwohner in Mesopotamien ansiedelte;nach der „Geschichte der Araber und Perser zur Zeit der Sassa-niden", einem Teile der umfangreichen und sehr zuverlässigenKompilation des arabischen Chronisten Tabari (839—923), ist eswenigstens sicher, dass die Mehrzahl der Gefangenen nach Gon-disapür gebracht wurden (Übers, von Noeldeke, Leyden 1876,32 und 42). Mau berichtet auch, dass der König seine Stadt(Gond-i-Säpür = Fels des Sapur) nach dem Muster von Byzanzhabe anlegen lassen, um dadurch seine Gemahlin, eine byzantinischeFürstin, zu ehren (Ritter IX, 172), und dass er griechische Künstlerund Arzte dahin berief, wodurch die Stadt bald die wichtigsteSusianas, und zeitweilige königliche Residenz geworden sei. Sielag am rechten Ufer des Kanin, dessen Arme unweit derselben,der eine in den Tigris, der andere direkt in den persischen Meer-busen münden, in ebener, sehr fruchtbarer Gegend, welche vonzahlreichen Kanälen durchzogen wurde, besonders in der Richtungnach Ahwäz zu (Spiegel I, 111). Das Land Ahwäz (Chüzistän,Susiana) wird als Königreich schon zur Zeit des Sassaniden Ar-daschir (um 226 n. Chr.) genannt; dieser erbaute die Stadt Suq-al-Ahwäz (= Markt von Chüzistän), welche Jahrhunderte lang einwichtiger Handelsmittelpunkt blieb, und 366 Sitz einer der be-deutendsten der vielen Klosterschulen wurde, welche die christ-lichen Gemeinden Mesopotamiens, die schon im 1. Jahrhundertezahlreich, und den römischen Kaisern verhasst waren, in dieserGegend errichteten (Spiegel III, 233 und 273; Meyer, „Bot."III, 30).
Im Jahre 489 hob der Kaiser Zeno, der Isaurier, die Kloster-schule von Edessa in Mesopotamien auf, weil ihre Lehrer derSekte der Nestorianer angehörten; Nestorios, Bischof von Kon-stantinopel, hatte nämlich 428 seine, die Einfochheit beider Naturenin Christo leugnende Lehre aufgestellt (Hase, „Kirchengeschichte"I, 145ff.), und war, als das Konzil von Ephesus diese, im Jahre