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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Dritter Abschnitt.

sich, und diene, zerrieben und mit Wachs gemischt, als Heilmittel;in ähnlicher Weise führt auch Dioskorides („Mat. med." V,148—150) den arabischen, den Milch- und den Honigstein an: der 1erste ist elfenbeinartig, der zweite aschgrau, voll von milchähn-lichem süssem Saft, und gut für die Augen, der dritte enthälteine noch süssere Flüssigkeit. Auch nach Strabo (XV, 1, 37)grabt man jenseits des Hyphasis weihrauchfarbige Steine aus derErde, die süsser als Honig oder Feigen sind. Bereits Sprengelhat in seiner Ausgabe des Dioskorides (II, 657) die Vermutungaufgestellt, dass wir es hier mit Kunstprodukten zu thun hätten,und da wir bei Susruta (I, 110), sowie bei den grossen arabischenÄrzten, Tabaschir sehr häufig in Verbindung mit Zucker, Zucker-syrup und vegetabilischen Extrakten angewandt finden, so könnteman voraussetzen, dass es sieb auch in älterer Zeit um diesenporösen, mit Honig oder süssen Pflanzensäften getränkten Rohr-stein gehandelt habe: zum mindesten würde dies erklären, wiesoSakcharon, seine Identität mit Tabaschir vorausgesetzt, überhauptals süss bezeichnet werden konnte, und weshalb es bloss schwachsüss erschien. Doch sei bemerkt, dass diese Süsse nur von Grale-nos und Paulus Aegineta erwähnt wird, dessen Berufung aufArchigenes nicht unbedingt beweist, dass auch die von Aeginetagegebene Beschreibung von seinem Vorgänger herrühre.

Manna wird bei Plinius, im bekannten Sinne, gar nicht an-geführt, er bezeichnet mit diesem Worte vielmehr die Weihrauch-körner (XII, 32); Dioskorides jedoch nennt sie unter den Heil-mitteln („De fac. par. med." I, 189; II, 27), in Verbindung mitKalk, Eiweiss, und Stärke. Die Beschreibungen, welche Aeginetaund Alexander von Aphrodisias vom Sakcharon geben, weisenunbedingt auf Manna hin, namentlich gilt dies vom Vergleiche desSakcharon mit dem Honigtau des Libanon, sowie betreff der Be-merkung über das Aufkochen; denn wenn man auch die Angabendes Dioskorides über den aus Sakcharon bereiteten Trank, mitder geringen Löslichkeit des (ungeglühten) Tabaschirs zur Not er-klären könnte, so ist dies doch nicht mehr der Fall, wenn es sichum das Sieden und Abschäumen einer honigartigen Flüssigkeithandelt. Andererseits sollte man erwarten, eine solche als Ver-süssungsmittel angewandt zu sehen; dies trifft aber beim Sakcharonnicht zu, welches auch bei der Bereitung der unzähligen Heilmitteldes Plinius und Dioskorides nur ein einziges Mal erwähntwird, also jedenfalls nie die allgemeine Verbreitung erlangte wieandere kostbare indische Produkte, z. B. der Reis, dessen Absud,der schon bei Susruta (I, 48) eine wichtige Rolle spielt, ebenso