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Dritter Abschnitt.
Die dritte Manna-Art des Garcia daOrta wird als der euro-päischen Manna ähnlich bezeichnet. Nach Flückiger („Doku-mente zur Geschichte der Pharmazie*, Halle 1876; „Frankf. Liste" ■3 und 18) stammt diese teils aus den Lärchen der Provence, be-sonders Brianeons, teils aus den Eschen Kalabriens, woselbst mandie freiwillig ausfliessende Manna gegen 1350 regelmässig zu ge-winnen begann, und sie seit 1550 auch durch künstliche Anbringungvon Einschnitten sammelte; sie galt als wichtiges Heilmittel, doch •wurde die orientalische mehr als die der Provence, und diese mehrals die Kalabriens geschätzt; immerhin war ihre Gewinnung inletzterem Lande ein königliches Regal und blieb dies bis zumEnde des 18. Jahrhundertes (Itiedesel, „Reise durch Sicilien",Zürich 1770). Der Beschreibung des Garcia da Orta nach, scheintmit dieser dritten Sorte Manna auch jene übereinzustimmen, welchedie arabischen Arzte unter dem Namen Alhassen, Alhossen,Alhossar, Haoscer, Eloschar u. dergl. erwähnen, und als bräunlichbis weiss, salzähnlich, und süss schmeckend schildern; nach Sal-masius (11, 92 7) ist es die Manna des Baumes Ilosar, der inÄgypten noch jetzt „Oschar" genannt werde, nach Serapion (um1050) der darin dem Abu-Hanifa (gest. 895) nachspricht, dasProdukt einer Art Tithymallos, worunter eine, in jugendlichem Zu-stande angeblich von süssem Milchsaft erfüllte Euphorbienart zuverstehen ist (Low 193), die vermutlich schon dem Dioskorides(„Mat. med." IV, 162) bekannt war. Bellonius (bei Clusius148) fand auf seiner Reise (um 1550) diesen Süssstoff im Orienteallgemein gebraucht, und sagt, er bilde harte Stücke von Hasel-nussgrösse, und diene auch, fest oder in Lösung, als Mittel gegenHeiserkeit und Husten; Niebuhr („Beschreibung von Arabien",Kopenhagen 1772, 146) sah in Arabien Stücke davon wie Zuckerbenutzen, ebenso Burckhardt (II, 953 und 956).
Die vierte Manna-Art des Garcia da Orta findet sich nurselten erwähnt; sie ist wahrscheinlich die nämliche, von der Sal-in asius an einigen Stellen, als einem weissen, sehr süssen, dickenHonig spricht, und die noch zur Zeit des Christobal Acosta(1580) von Ormuz nach Indien gebracht wurde (Übersetzung desClusius 259); doch erwähnt dieser zugleich auch eine Manna,die gelbliche Schollen bildete, und sehr zerfliesslich war, und be-richtet, dass sämtliche Arten Manna Gegenstand zahlreicher Ver-fälschungen, und daher oft schwierig von einander zu unterschei-den seien.
Überblickt man nun alles über Tabaschir und Manna Ange-führte, um die gewonnenen Ergebnisse mit den Beschreibungen