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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Dritter Abschnitt.

in Krügen oder Thongefässen und nennt es Drosomeli (Tauhonig)oder Aerorneli (Lufthonig)." Ein Aeroineli rühmt auch, auf denBericht des viel älteren Amyntas gestützt, Athen aus („Deipnos."'XI), und erklärt den daraus mit Wasser bereiteten Trank fürwohlschmeckender als Honigtrank (Beckmann a. a. 0.); er be-merkt aber, dass dasselbe nur anfangs flüssig sei, beim Aufbewahrenjedoch zähfliessend und zuletzt hart und bröckelig werde (Salma-sius II, 715ff.), so dass es fraglich erscheint, ob dieses Aerömelidas nämliche sei wie das des Galenos. Die arabischen Ärztebezeichneten jeden Tau, „der vom Himmel auf Bäume, besondersEichen und Linden, sowie auf Steine und auf die Erde herabfallt, zu-sammenfiiesst wie Honig, und eintrocknet wie Gummi" als Manna(Salmasius III, 245ff.); die beste kam ausChorasan (Low 146), sahnach Ibn-Imran (gest. gegen 900) grossen Klumpen halbge-ronnenen Honigs ähnlich, war von weisser Farbe und zuckersüssemGeschmack, und diente als Mittel gegen Fieber und entzündlicheKrankheiten. Platearius, der um 1150 schrieb, preist in gleicherWeise diesen Himmelstau, der in manchen Gegenden Griechenlandsund Indiens niederfalle, schneeweiss, und von so reiner Süsse sei,dass es nichts Süsseres gebe als ihn (»De simplici medicina", Aus-gabe von Lyon 1525, 241). Die Ansicht, dass der Honigtau einProdukt der Pflanze selbst sei, erklärt er ausdrücklich für falsch,und diese Meinung blieb auch Jahrhunderte hindurch in Geltung:die Möglichkeit, dass seine Ausscheidung ein pathologischer Vor-gang sei, scheinen erst Niesen (Beckmann, „Physikalisch-öko-nomische Bibliothek" 1771; I, 534) und Bergman (ebd. XIII.497) erkannt zu haben, die ihn, als von Blattläusen herrührend,bezeichnen.

Mit der zweiten Manna-Art des Garcia da Orta ist wahr-scheinlich jene körnige Art von Manna gemeint, die der Kamel-dorn (Alhagi camelorum) und der Mannaklee (Alhagi Maurorum,Hedysarum Alhagi) der asiatischen Steppen, bei Verletzungen, z. B.beim Abweiden durch Vieh, vielleicht aber auch bei physiolo-gischen Vorgängen, hervorbringen. Die Geographen Edrisi undlstachri (um 950) erwähnen Terenjabin vom Uschtergras (Kamel-dorn), Abulfeda und der Reisende Nassiri-Chosrau (um 1040)solche vom Mannaklee; letzterer sagt in seinem Reiseberichte (1,270): „Die wasserlosen Steppen bei Merw bringen eine stachlichePflanze hervor, auf der man eine, dem Zucker ähnliche Substanzsammelt, welche die Perser Terenjabin nennen." Vermutlich, weilsich diese Manna zunächst in tropfenförmigem Zustande ausscheidet.bezeichnen manche arabische Ärzte, z. B. Räzi (um 900) mit dem