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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zuckerrohr u. Zucker im europäischen Altertum u. frühen Mittelalter. 83

cala beide verkaufe, denn Bethecala und Bisnaga nennt Garciada Orta als die Hauptproduktionsorte des Tabaschirs an der Küstevon Malabar.

Beckmann (a. a. 0.), Yule („Encyclopaedia Britannica" 1887,Band XXII, 622ff., Artikel sugar), und Rumph haben sich gegendie Identifizierung von Sakcharon und Tabaschir ausgesprochen,und letzterer besonders hob hervor, dass das Sakcharon mehrfachals süss bezeichnet wird, welche Eigenschaft dem Tabaschir voll-ständig mangelt; Beckmann ist deshalb geneigt, Sakcharon alseine Art Manna zu betrachten, eine Ansicht, die auch Salmasiusan einigen Stellen flüchtig äussert (II, 715ff.; III, 108ff. „Exerci-tationes de Homonymis hyles iatricae"; III, 245ff. „Oommentariusde manna"; III, 255ff. „Commentarius de sacharo"), ohne sich in-dessen endgültig in dieser Hinsicht auszusprechen. Die Unter-suchung dieser Frage wird dadurch sehr erschwert, dass es anneueren gründlichen Arbeiten über dieses Gebiet mangelt, und mandaher vielfach bloss auf die, nicht stets zuverlässigen Angabenälterer Forscher angewiesen ist.

Nach Garcia da Orta (bei Clusius 164) giebt es vier ArtenManna: die erste Art, Schirquest oder Baummilch, ist ein gelb-licher Honig, der in Schläuchen versandt wird, und entweder einTau aus der Luft, oder ein dicker, aus den Bäumen fliessen-det Saft sein muss; die zweite Art, Terenjabin, ist gummiähnlichund bildet kleine rötliche Körner von der Grösse des Korianders;die dritte kommt besonders aus Bassorah an der Mündung desTigris, und besteht aus grossen, mit Blättern vermischten Schollen,die der kalabrischen Manna gleichen; die vierte endlich wird ausOrmuz ausgeführt, ist flüssig, ganz reinem hellem Honig ähnlich,und wird stets in Schläuchen oder Tierhäuten transportiert.

Mit der ersten dieser Manna-Arten dürfte der „süsse Himmels-tau" identisch sein, den Galenus, Plinius und Strabo (II, 1.14; XI, 7, 2) den Gewächsen der vorderasiatischen Landschaftenentquellen lassen, sowie das „Elaiomeli", das nach Dioskorides(I, 37) aus den Baumstämmen Syriens als süsser honigdickerGummi ausfliesst. Der Himmelstau wurde auch als „Drosomeli"oder „Aeromeli" bezeichnet (Salmasius III, 245ff.; Gorräus 116und 279); Galenus sagt darüber („De alim. facult.", Ausgabe vonBasel 1549, 119): „Als einmal auf den Blättern von Bäumen,Sträuchern und Gräsern sehr viel Honig gefunden wurde, scherztendie Leute, Jupiter habe Honig regnen lassen. Das geschieht nunbei uns selten, am Libanon aber alljährlich; man breitet dortHäute auf die Erde, schüttelt die Bäume, sammelt das Abtropfende

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