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Dritter Abschnitt.
nehmen, es sei denn, man wolle aus den ausgesprochenen Ver-mutungen schliessen, dass sich Lassen über diesen Gegenstandselbst keine ganz feststehende Meinung gebildet habe.
Nach Cohn (a. a. 0.) weisen die Eigenschaften, welche dieAlten dem Sakcharon beilegen, namentlich die Brüchigkeit, nichtLöslichkeit*), deutlich auf die Identität von Sakcharon und Taba-schir, welcher letztere zu Beginn der römischen Kaiserzeit alskostbare Seltenheit nach Italien gelangt sei. Sprengel erklärt inder „Geschichte der Botanik" (I, 69) den Rohrhonig des Nearchosund Theophrast für Tabaschir, ebenso auch in der „Geschichteder Ar/neikunst" (II, 85) den des Dioskorides, wobei er daraufhinweist, dass dieser viele Erzeugnisse Indiens, ■/.. B. Pfeffer, Ingwer,Cardamomen, Aloe, Indigo, indischen Hanf u. s. f., zuerst genauergekannt und beschrieben habe; in seiner Ausgabe des Dioskorides(II, 453) lässt er es indessen dahingestellt, ob der Rohrhonig unddas Sakcharon Zuckersyrup und Zucker, oder Tabaschir, Gummi,und dergleichen gewesen sei. Humboldt hat zwar eingewendet(,De distrib." 211), dass man den weissen zerreiblichen Tabaschirunmöglich mit Honig vergleichen könne; doch schildern die Alten,-/.. B. Plinius, Sakcharon nicht dem flüssigen, sondern einem ge-ronnenen, also festen Honig ähnlich, und auch bei dem Rohrhonig des„Periplus" braucht man keineswegs unbedingt an eine flüssige Massezu denken. Wenn also Meyer („Bot." II, 88) und Fabricius(„Periplus" 130) diesen Rohrhonig ohne weiteres als Zuckersyrup,und die betreffende Stelle als die „älteste unzweifelhafte Erwähnungdieses echt indischen Produktes" erklären, so wird man dieserAusführung, solange nicht entsprechende Beweise gegeben werden,ebensowenig zustimmen können, wie der Angabe Lassen's (III,52), unter Rohrhonig sei Zucker in Körnern, Mehlzucker zu ver-stehen. Letztere Ansicht hat übrigens schon Gorräus (de Gorris),ein vielseitig gebildeter Arzt (1505—1577) ausgesprochen („De-finitionum medicarum libri XXIV", Frankfurt 1578, 24), zeigt sichaber in seiner Beschreibung des Sakcharon (ebd. 408) gerade sounklar, wie seine Vorbilder, die arabischen Ärzte, welche stetsbemüht sind, alle Eigenschaften des Zuckers und des Tabaschirsgleichzeitig dem nämlichen Körper zuzuschreiben, wodurch sie sichin Widersprüche verwickeln (Salmasius III, 255ff.); hierauserklärt sich auch die oben citierte Behauptimg des Matthiolus,dass das Zuckerrohr zwei Arten Zucker liefere, die man in Bethe-
*) Dioskorides bezeichnet aber in den angeführten .Stellen aus „Mat.med." und „De fac. par. med.", das Sakcharon als wasserlöslich.