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Dritter Abschnitt.
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als Rohrasche wies mit Bestimmtheit erst Garcia da Orta nach,und zeigte, dass derselbe nie in den Wurzeln vorkommt.
Dem Tabaschir wurden seit jeher, und zwar auch in Indien(Lassen III, 30), höchst wunderbare Eigenschaften zugeschrieben;dieses „Salz, Milch oder Kampher*) des Bambus" (Humboldt,„De distrib." 210), galt nicht nur als gepriesenes Heilmittel gegeninnere und äussere Krankheiten, sondern diente auch, nach demBerichte des Missionärs Odorico da Pordenone, welcher 1318bis 1330 Indien, die indischen Inseln, und China bereiste, als Amu-let, welches seinen Träger vor Gefahr schütze und unverwundbarmache (Meyer, „Bot." IV, 135). Bei Susruta findet sich Taba-schir, auch Bambus-Manna genannt, vielfach erwähnt (I, 93 und110; III, 18, 132 und 179), ebenso bei den berühmten arabischenÄrzten des 10. und 11. Jahrhunderts; im Vertrauen auf die Weis-heit dieser letzteren, blieb Tabaschir während des ganzen Mittel-alters ein begehrter Artikel; wir finden ihn unter den Waaren, diein Aden, 1270, Durchgangszölle bezahlten (Flückiger), und begeg-nen ihm in vielen mittelalterlichen Zolltarifen, z. B. denen desPego-lotti (um 1400), des Uzzano (um 1408), und des Pasi (1540), alseiner regelmässigen Handelswaare der Märkte in Alexandria, Pisa,Venedig u. s. f. Da sich neben dem „Ispodio di canna" häufigauch andere Qualitäten, z. B. „Ispodio di liofante" (d. i. gebranntesElfenbein) genannt finden, so ist wohl bei Pegolotti's Bericht,dass Spodium in Venedig pfundweise verkauft werde, nicht anwirklich echten Tabaschir zu denken. Die Wertschätzung diesesletzteren hat sich im Oriente bis auf den heutigen Tag erhalten,und von Konstantinopel bis China, d. h. soweit sich der Einflussder arabischen Heilkunst erstreckt, gilt er auch jetzt noch alsMittel von hoher Wichtigkeit (Cohn a. a. O.).
Was nun die weiter oben angeführten Ansichten des Sal-masius anbelangt, so ist es jedenfalls richtig, dass die Alten vomZuckerrohre, als einem von süssem Safte erfüllten Gewächse, dunkleKunde hatten, und die Rohre mit Wurzeln verglichen, oder siedafür hielten, — eine Verwechslung, der wir auch später noch oftbegegnen, indem Tabaschir als ein Erzeugnis der Wurzeln be-trachtet oder sogar angegeben wird, man versiede diese auf Zucker(z.B. beiTabernämontanus 1588), während in Wahrheit die Rohr-wurzeln weder Zucker enthalten noch süss schmecken.**) Dass da-
*) Eine Verwechslung von Kampher mit Tabaschir findet sicli noch beiIbn-Batuta (gest. 1378) in dessen Reisebericht IV, 241.
**) Nach Susruta (I.| 126) soll dies allerdings bei einer gewissen Art