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Dritter Abschnitt.
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Citate aus verlorenen Schriftstellern wichtigen Sammelwerke: „In denindischen Sümpfen sollen Rohre wachsen, aus deren Wurzeln maneinen sehr süssen Saft auspresst, den man trinkt" (VII, 7, 58),und „Ein Honig findet sich auch auf den Blättern gewisser Schilfe;dem Salze ähnlich, und an den Zweigen hängend, findet undsammelt man ihn in Indien und Arabien" (XX, 2, 36).
Als letzter Vertreter der klassischen Traditionen antiker Me-dizin, und daher mit Recht „der letzte griechische Arzt" genannt,begegnet uns noch zur Zeit des Kaisers Heraklius (603—641)Paulus Aegineta, welcher in Alexandria studierte, seine Schriftenin völliger Anlehnung an Hippokrates und Galenos verfasste,trotzdem aber die damals beispiellose Kühnheit besass, gewissenAngaben dieser Autoritäten auf Grund eigener Erfahrungen zuwidersprechen (Haeser I, 463). In seinem „Opus divinum" (Basel1532, 95) sagt er: »Gegen Rauhigkeit der Zunge empfahl Ar-chigenes das indische Salz (ulg Ivöiköv); dieses ist farblos, imäusseren in nichts von gewöhnlichem Salze verschieden, von Ge-schmack aber honigartig; man nimmt davon ein Stück von Linsen-,höchstens von Bohnengrösse." Ebenda (S. 388) heisst es: „JenerHonig, den man aus dem glücklichen Arabien einführt und Sak-charon nennt, ist nicht so süss wie unser Honig, besitzt aber ähn-liche Eigenschaften, ist für den Magen gut, löscht jedoch den Durstnicht." Ein „süsses Salz" (sal suavis), wohl mit dem des Aeginetaübereinstimmend, kennt auch Isidorus (XVI, 2, 4), macht aberkeine nähere Angabe.
Die „Geoponika" gedenken wohl des indischen Rohres, thunaber seiner Süssigkeit keine Erwähnung (Salmasius II, 715 fr'.;II, 916ff.); unter „Geoponika" ist ein, um 350 von VindanioniosAnatolios Berytios, dem Günstlinge des Kaisers JulianusApostata, in griechischer Sprache verfasstes Werk über die Land-wirtschaft zu verstehen, welches von Cassianus Bassus umge-arbeitet und dem Constantinus Pogonatus (gest. 685) oderCopronymus (gest. 775) gewidmet wurde; was wir noch unterdiesem Namen besitzen, ist indes wahrscheinlich nur eine Über-arbeitung dieser letzteren Schrift (Low, „Aramäische Pflanzen-namen", Lpzg. 1881, 19).
Überblicken wir die Angaben, denen wir von der Zeit desNearchos an bis zu der des Aegineta, in den Schriften derAlten begegnen, so zeigt es sich, dass dieselben während dieser,fast ein Jahrtausend umfassenden Periode, an Genauigkeit und Be-stimmtheit so gut wie nichts gewonnen haben. Wie Nearchos,Megasthenes und Theophrast, so sprechen auch Dionysius