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Dritter Abschnitt.
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300 lebte, dessen Werke indes teilweise fälschlich unter seinemNamen gehen, und in Wirklichkeit von dem Arzte Alexandervon Tralles, dem Sohne des Erbauers der Sophienkirche, gegen565 verfasst sein sollen (Sprengel, „Versuch einer pragmatischenGeschichte der Arzneikunde", Halle 1821; II, 298), findet sichfolgende Stelle („Problemata" II, 74; Ausgabe von Paris 1541,70): „Was man indisches Sakcharon nennt, ist ein geronnenerHonig, ein Tau, den die Sonnenhitze ausschwitzen macbt, und inHonigsüsse umwandelt. Solches geschieht auch am Libanon; Sak-charon dieser Art bildet Schollen wie Salz, und ist weiss, zer-fliesslich, reinigend, und abführend wie Honig. Kocht man es auf,wie unseren Honig, so verliert es diese Eigenschaft so ziemlich,und ist dann als Nahrung geeigneter" (Beckmann a. a. 0.).
Das im Jahre 301 erlassene Edikt des Diocletian, „de pretiisrerum venalium" (über die Warenpreise) enthält nichts über Zucker(Mommsen, „Berichte der sächsischen Akademie* 1851), auchwird derselbe nicht unter den Luxusartikeln orientalischen Ur-sprungs genannt, welche von Alexandria nach Konstantinopel ■—der Reichshauptstadt seit 330 — gebracht wurden, obwohl derägyptisch-indische Handel in dieser und der folgenden Zeit soeifrig gepflegt wurde, dass selbst Brahmanen bis Alexandria kamen(Lassen IV, 906 und 907). In der Blütezeit der ägyptischenAlchemie im 3. und 4. Jahrhundert unter Zosimus, Synesiusund deren Schülern, bei denen Pflanzensäfte aller Art eine wich-tige Rolle als Metall-Verwandlungsmittel spielen (Kopp, „Bei-träge" I, 76), wird des Rohrsaftes oder Zuckers auch nicht ge-dacht, sondern stets Honig, Honigwasser oder Sauerhonig verwendet(ebd. I, 138 und 143); ausschliesslich von Honig, neben seltenenorientalischen Drogen, z. B. Rhabarber, spricht auch die Alche-mistin Maria, von deren Namen der des Wasserbades, bain-Marie,abgeleitet wird (ebd. II, 405), und deren früher angezweifelteExistenz in neuerer Zeit sicher festgestellt erscheint (Hoefer I,284; Kopp, „Die Alchemie", Heidelberg 1886, I, 202 und 207;Berthelot, „Les origines de Falchimie", Paris 1885, 171). Ebensoenthalten die Rezepte im „Buche der Extraktion der Kräuter",welches, nebst unzähligen anderen Werken, dem mystischen HermesTrismegistos zugeschrieben wird, ausschliesslich Honig als Bei-mischung (Meyer, „Bot." II, 343).
Das grosse Sammelwerk des Oribasius (326—403) citiertfast nur wörtlich die Angaben des Dioskorides (Haeser I, 453),und auch Aetios aus Amida (um 540), der erste christlicheSchriftsteller über Medizin, und der Erste, der Kampher, Moschus