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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Dritter Abschnitt.

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und daselbst nicht von Rohren, sondern von Feigen die Rede ist;hingegen spricht, wie uns bei Paulus Aegineta erhalten ist, desStatius Zeitgenosse Archigenes, den Juvenal in seinen Satiren(VI, 235; XIII, 97; XIV, 252) als berühmten Arzt feiert, wiedervom Rohrhonig, mel arundineum, und empfiehlt ihn gegen Heiser-keit. Es wird berichtet, das Archigenes einen grossen Teil seinerWerke denen seines Freundes Aretäus entlehnt habe (HaeserI, 339), welcher selbst wieder der Schüler ägyptischer und andererausländischer Arzte gewesen sei; die Schriften, welche zu jenerZeit bei der alexandrinischen Schule in höchstem Ansehen standen,die des Mantias und Demetrius (um 250 v. Chr.), die man viel-fach dem Dioskorides für ebenbürtig hielt, sowie die Arznei-mittellehre des Nikander (200 —135 v. Chr.) enthielten übrigensnichts vom Zuckerrohr oder Rohrhonig.

Claudios Galenos von Pergamon (131—200 n. Chr.), derberühmteste und vielseitigste Arzt des Altertums, dessen medizi-nisches System bis in das 16. Jahrhundert unbeschränkt herrschendblieb, äussert sich im „Methodus medendi" (VIII, 4) und „desimpl. medic. facult." (VII, 3), wie folgt: „Das, was man Sak-charon nennt, wird aus Indien und dem glücklichen Arabien ge-bracht; man erzählt, es wachse ringsum an Rohren, und sei eineArt Honig, weniger süss als der unsrige, aber von ähnlicher Wir-kungsweise" (Beckmann, „Historia Sacchari", Berichte derGöttingerAkademie 1782; V, 56). Diese Worte sind fast buchstäblich demDioskorides entlehnt, und wie dieser, fügt auch Galenos hinzu,Sakcharon sei für Magen, Gedärme und Nieren heilsam, und teilealle Eigenschaften des Honigs; nur sei es für den Magen wenigerbeschwerlich, und errege keinen Durst, weshalb es sich als gutesMittel gegen Fieber erweise. Im übrigen scheint Galenos demSakcharon keinen besonderen Wert beigemessen zuhaben; die vielenkomplizierten Mischungen, mit denen er den Arzneischatz be-reicherte, und durch die er besonders gegen gewisse Krankheiten,z. B. Katarrhe, anzukämpfen suchte, bestehen fast ausschliesslichaus Honig oder Honigwasser, in Verbindung mit Wein, Most,Milch, Salz, vegetabilischen Extrakten und Gewürzen (Haeser I,374). —■ Dasselbe gilt von den zahlreichen Mitteln, welche sein Zeit-genosse Samonikus in einem ausführlichen Gedichte pharmaceu-tischen Inhaltes beschrieb.

Aus den Jahren 176—180 besitzen wir eine Schrift desMarcianus, „De delatoribus" (= über die Denunzianten), miteinem langen Verzeichnisse ausländischer steuerpflichtiger Warenund kostbarer Einfuhrartikel, von denen, bei Entdeckung einer