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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Drittel' Abschnitt.

17): „Sakcharon kommt aus Arabien, das indische hat jedoch denVorzug; es ist aus (oder an) Rohr gesammelter Honig, weiss wieGummi, zwischen den Zähnen zerbrechlich, höchstens von derGrösse einer Haselnuss, und findet blos Anwendung in der Medizin.''(Übersetzung von Wittstein, Lpzg. 1881; III, 11.) Näheres überdiese Anwendung erfahren wir jedoch nicht; bei der Bereitung derBalsame (XIII, 2), sowie der unzähligen Arzneimittel die das XX.,XXII., XXIX. und XXX. Buch der Naturgeschichte ausfüllen, wirdstets nur Honig vorgeschrieben, ebenso bei der Bereitung der Heil-tränke und Gewürz weine (XIV, 19).

Kurz vor Plinius (77 oder 78 n. Chr.) und ganz unabhängigvon diesem, schrieb auch Dioskorides aus Anazarba seine „Arznei-mittellehre", das berühmteste aller alten, auf die medizinische Be-deutung der Pflanzen bezüglichen Schriftwerke, welches durchmehr als anderthalb Jahrtausende die entscheidende, unfehlbare,nicht der Ergänzung, sondern nur der Erklärung bedürftige Grund-lage aller Pflanzenkenntnis blieb, als absolut vollständiges Ver-zeichnis sämtlicher überhaupt existierenden Pflanzen galt, lind seinemVerfasser den andauernden Ruhm unergründlicher Weisheit ein-trug*) (Sprengel, „Bot." I, 134; Meyer, „Bot." II, 99 und 117).Plinius und Dioskorides kennen sich gegenseitig nicht undzitieren sich nie, sie schöpften jedoch häufig aus gemeinsamerQuelle, und hieraus erklärt sich ihre vielfach nachweisbare Über-einstimmung; so fehlt auch bei Dioskorides („Mat. med." I, 130),wo er von den Rohren spricht, jeder Hinweis auf das Zuckerrohr,während er betreffs des Honigs (ebd. I, 104) bemerkt: „Eine Artdavon heisst auch Sakcharon; es ist eine Art geronnenen Honigsaus Indien und dem glücklichen Arabien, wird an (oder in) Schilf-rohren gefunden, ähnelt dem festen Salz, und bröckelt wie diesesunter den Zähnen; in Wasser aufgelöst und getrunken, wirkt esgut für den Magen und erleichternd für die Gedärme; auch ist esgut bei Nierenleiden, und als Pulver beseitigt es auch die Trü-bungen des Auges." In der Schrift „De facile parabilibus medi-camentis" I, 102 (Sprengel's Ausgabe, Lpzg. 1829, II, 304) er-wähnt Dioskorides nochmals die Heilkraft des in Wasser ge-lösten Sakcharon gegen Nierenleiden; bei der Unzahl der übrigenHeil- und Nahrungsmittel kommt der Name desselben nicht wie-der vor.

*) Selbst Dante sagt in der „Hölle" IV, 188: „Und Dioskorides,der Qualitäten verdienten Sammler, sah ich" Übers, v. Gildemeister, ßerl.1888, 47).

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