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Dritter Abschnitt.
Setzung der Worte „cpvoei xal tifjrjoei" ist jedoch nicht die einzigmögliche, vielmehr kann der Sinn auch sein, „dass die Rohre süsssind infolge ihrer Natur und Kochung", und diese Deutung ist so-gar die wahrscheinliche, da Aristoteles und Theophrast, sowiederen Schüler, alle Erscheinungen in der Pflanzenwelt, besondersaber die Mannigfaltigkeit der Gerüche und Geschmäcke, aus der Ver-schiedenheit der , Kochungen * der Pflanzensäfte ableiten; nacheiner etwas unklaren Definition des Aristoteles ist hierbei unter„Kochung" der „mehr oder minder vollendete Grad der, im Feuch-ten, durch feuchte Wärme erzeugten Garheit" zu verstehen, d. h.die „Kochungen" sind der Ausdruck der durch Wärme- und Feuchtig-keits-Einfluss geschaffenen, welchselnden Eigenschaften der Pflanzen-säfte (Meyer, „Bot." I, 176).
In der folgenden Zeit sehen wir die Kenntnisse über dasZuckerrohr in keiner Hinsicht zunehmen. Agatharchides, vondessen um 150 v. Chr. verfasster Beschreibung des roten Meeresund seiner Handelswaren, viele Bruchstücke erhalten sind, erwähntes nicht, ebensowenig wird es von Virgil (70—19 v. Chr.) bei derAufzählung der Produkte Indiens und Arabiens („Georgika" II, 115)genannt; aus einem Werke des Varro Narbonensis (82 — 37 v.Chr.) findet sich bei Isidorus Hispalensis („Origines" VII, 7;ed. Lindemann, Lpzg. 1833, 540) ein Citat, welches lautet:
„Indiens Rohr, es gleicht an Grösse massigen Bäumchen;
„Presst man die zarteren Wurzeln, so fliegst aus diesen ein Saft aus,
„Welcher an Süsse ist dem herrlichsten Honig vergleichbar."
Juba IL, König von Mauretanien (50 v. Chr. — 24 n. Chr.)spricht von Arabiens süssen Palmen, vom Weihrauch- und Myrrhen-Baum, und von der Baumwolle; auf Ombrios, einer der „glück-seligen Inseln", sagt er, wüchsen Pflanzen, der Ferula ähnlich, ausderen hellerer Abart man Saft auspresse, der ein angenehmesGetränk darbiete. Man hat dies vielfach auf Zuckerrohr deutenwollen, ohne zu bedenken, dass dessen Vorkommen auf den Cana-rien (denn dies sind die glücklichen Inseln) zu jener Zeit gänzlichausgeschlossen ist; in Wahrheit sind unter den Ferulae, nachHumboldt, die Stengel gewisser Euphorbien zu verstehen, ausdenen sich, so lange sie jung sind, ein süsser, milchartiger Saftauspressen lässt. Plinius zitiert auch wirklich eine Schrift desJuba über die Euphorbien und deren Saft, dessen Dioskorides(„Mat. med." III, 86) ebenfalls Erwähnung thut; in späterer Zeitführen noch Petrus Martyr (1493) und Glass („History of theCanary Islands" 1764, 275) das Vorkommen dieser Gewächse auf