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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zweiter Abschnitt.

Paste aus Milch, Zucker, Butter und Honig aufzieht, und neuge-borenen Kindern ein wenig dieses, womöglich mit etwas Goldstaubversetzten Gemisches, aus einem goldenen Löffel einfiösst; das Goldspielt hierbei wieder die Rolle eines Wundermittels von geheimerKraft, wie auch aus dem Rate hervorgeht, das erste Bad des Kindesaus Wasser zu bereiten, in dem Gold oder Silber gelegen hat.Die meisten pflanzlichen Arzneien verabreicht Susruta ebenfallsmit Zusätzen von Zucker oder Syrup (Haeser I, 26), häufig untergleichzeitiger Beifügung von Honig, dessen Arten er, einschliesslicheiner giftigen, auf acht angiebt (Susruta 1, 125 ff.); statt desHonigs verwendet er auch den Saft der Asclepias (I, 50), derBassia (aus welcher ein Zuckerteig und ein gegohrenes Getränk ge-fertigt wurde, I, 94, 127, 128), des Süssholzes (I, 40) und desKapitha-Baumes (I, 144); dieser Baum, Feronia elephantum, istnach Amarasinha eine Orangenart, deren Frucht ein berauschen-des Getränk gab (Lassen I, 312), und deren zuckerreicher Saftzum Anmachen eines höchst dauerhaften Mörtels diente, der z. B.schon beim Bau des Tempels in Anurädhäpura Verwendung fand(ebd. II, 524). Endlich gedenkt Susruta auch des Palmsyrupsund Palmzuckers, welche durch Einkochen des Saftes der Fächer-,Stachel- und Kokos-Palme bereitet wurden; der Namen des Palm-zuckers, Gagori oder Gaggeri (daher das engliche Jaggery), istentstellt aus carkarä, welches, wie oben angeführt, ursprünglich„verdichteten Saft" bedeutete (Lassen I, 312 ff.).

Die Stellen, an denen Susruta weissen oder fest krystalli-sierten Zucker erwähnt, sind im ganzen selten, und stammen jeden-falls aus sehr später Zeit; dasselbe gilt betreffs des Alkohols, soferndessen Nennung nicht überhaupt auf blossen ÜbersetzungsfehlernHesslers beruht. Andernfalls dürfte es vielleicht für die Text-kritik Susrutas nicht ohne Nutzen sein, das Vorkommen dieserWorte zu beachten, da aus ihrem Auftreten wohl mit Sicherheitauf das jüngere Alter, oder die .nachträgliche Einschiebung derbetreffenden Stellen, geschlossen werden kann.