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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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Zweiter Abschnitt.

Namen Susruta's ein vollständiges und umfangreiches Werk vor-handen, welches, nach Roth, dem des Caraka in Inhalt und Ab-fassungsweise sehr ähnlich ist; es sind in dem Texte, der, wieNamen von Orten, Gewichten und Maassen schliessen lassen, imnordöstlichen Indien niedergeschrieben wurde, und vielfach angrosser Unsicherheit leidet (Weber 287, 288), zwei Teile zu unter-scheiden: eine ältere, häufig metrisch abgefasste Grundlage, derenSprache einfach und klar, der der epischen Geschichte ähnlich,jedoch frei von älteren grammatischen Formen ist, und die spätereerläuternde Einkleidung derselben (Lassen II, 519; V, 73fF.).Wissenschaftlich und systematisch ist das Werk nicht, es bietetvielmehr eine unzusammenhängende und bunte Vermischung wahrer,durch lange Beobachtung erworbener Kenntnisse, mit den aben-teuerlichsten Einbildungen dar; da ausserdem die Deutung dermeisten Pflanzen- und Arznei-Namen in den mehr als 700 auf-gezählten Mitteln, fast nur auf der unsicheren Autorität von Kom-mentatoren und Lexikographen beruht, so ist es augenscheinlich,dass ein richtiges Verständnis des Werkes höchst schwierig, eineSonderung der einzelnen Bestandteile nach ihrem Alter aber ganzunmöglich ist (Meyer, „Bot." III, 15ff.)

Was das Zeitalter des Susruta betrifft, so ist dasselbe Gegen-stand vielfacher Vermutungen gewesen, deren Wechsel für denunzureichenden Zustand der indischen Chronologie schlagende Be-weise liefert; Hessler hat es ins 10., Wise ins 9.—3. vorchrist-liche Jahrhundert verlegt, Lassen in das 1.—4. nachchristliche,Wilson, Royle und Weber in das 10. (Haeser I, 17ff., Meyer,„Bot." III, 6ff.). Haas hält Susruta für eine im 15. Jahrhunderteverfertigte Compilation („Zeitschrift der deutschen morgenländischenGesellschaft" 30, 617; 31, 647); Stenzler setzt seine Lebenszeitin das 8. Jahrhundert nach Chr., weil zu Ende desselben Jasidben Chaled bereits arabische Übersetzungen des Caraka undSusruta angefertigt habe (Weber 284); nach A. Müller endlich(»Zeitschr. morgenl. Gesellsch." 34, 465) waren die, dem Susrutazugeschriebenen Werke, gegen 900 n. Chr. bestimmt schon vor-handen, jedoch in viel kürzerer Fassung, und frei von den zahl-reichen Einschiebseln, deren Vorkommen leicht erkennbar, derenAussonderung aus dem jetzt vorliegenden Texte jedoch nicht mitSicherheit möglich ist. Die Beeinflussung desselben durch dieLehren der griechischen Medizin, die von einigen Seiten ange-nommen wird, lässt sich im allgemeinen nicht abstreiten, aber auchnicht im einzelnen mit Bestimmtheit erweisen; sicher ist, dass sichein solcher Einfluss einst geltend machte, denn nach Ibn-Abi-