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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Heimat des Zuckerrohres und der Rohzucker-Bereitung. 49

schliessen dürfen, in der Regel wohl auf ein nach Beginn dergrossen mohammedanischen Invasion (um 1000) liegendes.

In den späteren religiösen Schriften der Inder wird des Zuckersgleichfalls öfter gedacht; die sieben grossen Weltmeere bestehennach den „Puranas" aus Salzwasser, Zuckerwasser (Ixu), Rum, ge-schmolzener Butter, Molken, Milch und "Wasser (Lassen V, 60)und die dritte der sieben Welten führt den Namen Sarkara oderSakkaru (Albiruni, „India" I, 230); das „Upa-Purana Krijajo-gasara" sagt:

, .... Der Edle„Übt selbst gegen seine Feinde Tugend,„Wie das Zuckerrohr mit süssem Safte„Dem selbst, der es ausreisst, Nahrung bietet."

(Schack, „Stimmen vom Ganges', Sttgt. 1877, 161 und 215); beider Erklärung derVishtis heisst es von Vad avämukka: „Das Haarauf seinem Haupte gleicht sprossendem Zuckerrohr" (Albiruni II,201); in den „Tantras" wird die Darbringung des Opfers sätvikabeschrieben, welches aus Korn, Milch und Zucker besteht (LassenIV, 633 und 635). Leider lassen indes auch diese Quellen keinerleiZeitbestimmung zu, und dasselbe gilt für des Patanjali „Mahä-Bhäshya", in welchem Reismus mit dicker Milch und Zucker, Satz-korn mit Zucker, Trauben süss wie Zucker, und die gegohrenenGetränke surä und prasannä, „zähfiiessend wie Ol, gewürzt mitsüssem Zucker (madhüro gudah) und scharfem Ingwer", angeführtwerden („Ind. Stud." XIII, 466); dieses Werk, eine Art Kommentarzur Grammatik des Panini, ist nämlich nach Inhalt und sprach-licher Eigenart zwar von einheitlichem Charakter, und kann mitgrosser Wahrscheinlichkeit in die Zeit zwischen 140 v. Chr. und60 n. Chr. gesetzt werden, es enthält aber einzelne Teile, die um8—9 Jahrhunderte jünger sind (ebd. 320), gestattet also nirgendsbestimmte Schlüsse.

Zur Feststellung der Zeit, in welcher zuerst fester Zucker be-reitet wurde, scheinen vorerst nur zwei brauchbare Daten vorhandenzu sein: einmal berichtet das im 4. Jahrhundert n. Chr. verfasstechinesische Buch „Nan-fang-tsao-mu-chuang", dass das KönigreichPunan, südlich vom Ganges, im Jahre 286 n. Chr. Zuckerrohr*) alsTribut sandte (Bretschneider, „On the study and value ofChinese botanical works", Foochow 1870, 46ff.), — und man wirdwohl annehmen dürfen, dass nicht dieses wenig haltbare, und füreinen weiten Transport ungeeignete Material benützt worden wäre,

*) Decandollo citiert irrtümlich „Zucker'' statt „Zuckerrohr".

Ijippnxann, Geschichte des ZuckorB. 4