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Zweiter Abschnitt.
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Itum aus Zucker dargestellt, und cidhu, Itum aus Syrup gewonnen;wie weit indessen das Alter dieser Benennungen zurückreicht, lässtsich nicht angeben, denn über das Zeitalter des Amarasiuha, desVerfassers obigen Wörterbuches, gehen die Ansichten weit aus-einander; die einen setzen ihn gegen 500 n. Chr., und berufensich auf die Existenz einer im 6. Jahrhunderte verfassten chine-sischen Übersetzung (Lassen I, 348 und 982; IV, 633), die anderenbezweifeln das Vorhandensein der letzteren, und lassen Amara-sinha erst im 11. Jahrhunderte leben (Weber 246).
Falls die Erwähnung der „Destillierer" und der „destillierten"Getränke auf einer wörtlich zu nehmenden Übertragung beruht,so würde dieselbe auf eine relativ späte Abfassungszeit der be-treffenden Stellen schliessen lassen, denn das Alter der wirklichenDestillierkunst reicht nicht sehr weit zurück. Zwar sagt schon Hippo-krates im „Traktat von den Winden": „Trifft der Dampf, derbeim Kochen des Wassers aufsteigt, einen anderen Körper, sohängt er sich daran, verdichtet sich, und fällt in Tropfen zurück"(Le Grand d'Aussy III, 75), und Aristoteles führt in „Metereolo-gika" II, 3 an, dass man durch Verdunsten des Meerwassers undVerdichten des Dampfes süsses Wasser erhalte, sowie dass beimEintrocknen des Feuchten Wasser entweiche, das man wieder nieder-schlagen könne; auch haben Plinius (XXXIU, 41 und V, 110)sowie Dioskorides („De f'acile parabilibus medieainentis" I, 242)gewisse Vorstellungen über die Gewinnung von Quecksilber ausZinnober, und Terpentinöl aus Fichtenharz, durch Erhitzen desRohstoffes und Verdichten der Dämpfe; endlich bespricht Alexandervon Aphrodisias, der im dritten Jahrhunderte n. Chr. einenKommentar zur „Meteorologie" des Aristoteles verfasste, ausführlichdie Überführung von Meerwasser in Trinkwasser durch Destillation(Humboldt, „Kosmos", Sttgt. 1845; II, 450). Genaue Kenntnisdieses Verfahrens, und brauchbare Apparate zu seiner Ausführungbesassen indessen erst die alexandrinischen Gelehrten Synesios(um 400 n. Chr.), Olympiodorus (um 425), und frühestens Zosimos(im 4., oder zu Ende des 3. Jahrhunderts), deren Gerätschaftenjedoch noch keineswegs zu feineren Arbeiten, etwa zur Darstellungdes Alkohols (von dem auch sonst keine Kunde aus dieser Zeitvorliegt) geeignet erscheinen (Hoefer, „Histoire de la chimie",Paris 1866, 1, 261; Kopp, „Beiträge zur Geschichte der Chemie",Braunschweig 1869; I, 217 ff.). Da nun au eine selbständige Er-findung der Destillierkunst in Indien nicht zu denken ist, so wirdman, wo derselben oder ihrer Produkte Erwähnung geschieht, stetsauf ein weit späteres Zeitalter als das 5. oder 6. Jahrhundert