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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Heimat des Zuckerrohres und die Rohzucker-Bereitung.

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Es wäre demnach nicht, neben festem Zucker, von Zuckersaft,sondern neben dem Genüsse des Rohres von dem des Syrups dieHede, und dies klingt wahrscheinlicher.

Vom Reise, der Nationalspeise der Inder, kennen die epischenGedichte schon viele Zubereitungsarten: gekochten Reis, Reisbreiund dicken Reisbrei mit Milch, Zucker und Kardamomen gewürzt(„Ramäyana" II, 59, 33 Krishara genannt); ferner erwähnen sieübst mit Zucker eingemacht, Backwerk und Kuchen, Zuckerwarenund süsse Fruchtsuppen (Bohlen II, 160ff.). Bei Manu findetsich gleichfalls Zuckerrohr genannt (VIII, 341), ferner guda odergula = Zucker (XI, 94), und gäudi, ein zuckerhaltiges berauschen-des Getränk, dessen Genuss den Brahmanen, als verunreinigend,verboten wird; solche Getränke kennt Mann in verschiedener Art:neben gäudi kommt auch paishti aus gegohreuem Reise, undmädhvi aus dem süssen Blütensafte der Madhukapflanze (Bassialatifolia) vor (Lassen I, 290; Ritter 319; Bohlen II, 164).Obwohl alles Gegohrene von Manu strengstens untersagt, dasTrinken solcher Flüssigkeiten als schwere Sünde verpönt, und nurfrisches Reiswasser zur Stillung des Durstes gestattet wurde (BohlenII, 6 und 164), so stand dennoch Zubereitung und Genuss dergeistigen Getränke stets in Flor. In den Epen wird, neben denobigen Arten, häufig' Maireya (= Obstwein) genannt, ferner Cidermit Zucker und Blumensäften verdickt, Palm wein (täri, daher Toddy),Palmwein mit Reis destilliert (rak, daher Arrak), und Rum, welcher,weil Zuckerrohrsaft sein Hauptbestandteil war, im „Mahäbhärata"den Namen Dhänägaudäsava führt, d. h. Reis-Zucker-Trank; einGetränk aus Rum, Wasser, Thee, Zucker und Zitronen heisst nachdiesen fünf Zuthaten, Pancha (== 5), woher unser Wort Punschkommt (Lassen I, 312; Bohlen II, 164ff.). Im „Ramäyana" trinkendie Helden häufig bis zum vollen Rausche; von den Bähikäs, einemVolke im Pendsckab, heisst es im „Mahäbhärata", dass sie sich täg-lich in einem aus gegohrenem Reiswasser und Zuckersaft bereitetenTranke betrinken, und dass sogar ihre Marktplätze stets voll vonTrinkgefässen stehen; vor der Schlacht werden selbst die Ele-fanten berauscht gemacht, Destillierer von Likören folgen demHeere, und einmal wird die ganze Armee so trunken, dass sieElefanten und Lasttiere nicht mehr von einander unterscheidenkann („Ramäyana" I, 9, 42; II, 64, 11; II, 67, 46; Bohlen II,164 und 373). Im'„Amarakösha", dem besten und vollständigstenindischen Wörterbuche, werden, ausser den erwähnten Getränken,noch einige andere aufgeführt: aixava aus ixu (Zucker), madhu(Meth?, von madja = berauschend), äsava (= destilliertes), d. i.